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Pädagogen vertiefen ihr Fachwissen um Kinder gezielt fördern zu können


Pädagogen vertiefen ihr Fachwissen um Kinder gezielt fördern zu können


Pädagogen vertiefen ihr Fachwissen um Kinder gezielt fördern zu können

PÄDAGOGEN VERTIEFEN IHR FACHWISSEN UM KINDER GEZIELT FÖRDERN ZU KÖNNEN

Spielzeugfreie Zeit, Klangschalen für die innere Ruhe und Sprachtraining verlorengegangener Worte – mit diesen und weiteren Themen beschäftigt sich am Samstag, 2. Februar 2019, der 3. pädagogische Fachtag. Weit über 200 Erzieher/-innen und Leiter/-innen aus allen kommunalen Kitas, Horten und der Beschäftigungsförderung Zwickau gGmbH drücken in der Pestalozzischule, Seminarstraße 3, erneut die Schulbank, um neue Möglichkeiten der Förderung von Kindern zu erfahren und bisherige Erkenntnisse aufzufrischen bzw. zu vertiefen.

Kindern geht im alltäglichen Trubel, sowohl in der Familie als auch im Kindergarten und in der Schule das Grundbedürfnis nach Ruhe, Stille und Entspannung verloren. Lärm, Krach, Stimmengewirr, Dauerberieselung, Termindruck und Leistungsstress gehören heute zur täglichen Realität der Kinder. Leider passiert es deshalb häufig, dass der äußere Halt des Kindes aus den Fugen gerät. Das wirkt sich meistens in Form von Störungen wie Aggressivität, Unruhe, Sprachstörungen, emotionalen und sozialen Auffälligkeiten aus. In diesem Zustand hat das Kind keinen Zugang zu einer ruhigen Wahrnehmung, zur bewussten Aktivität des Lauschens, Zuhörens und Schauens. Die Wahrnehmungen bleiben oberflächlich und es ist kein tiefes, konzentriertes Erleben möglich. Gerade hier kann die pädagogische Arbeit in Kitas einen wertvollen und unterstützenden Beitrag leisten. Wie dieser aussehen kann, vermitteln im Rahmen des Fachtages 14 verschiedene Workshops, in denen die Fachkräfte neue Impulse für ihre Arbeit mit Kindern erhalten. Sie werden geschult, die Entwicklungsdefizite eines Kindes zu erkennen und positiv zu beeinflussen und probieren Erlerntes gleich selbst aus.

WORKSHOP-BEISPIELE:

durch eine spielzeugfreie Zeit Sprache fördern:
Leider werden die Bedürfnisse von Kindern nach Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit immer häufiger mit Spielzeug, Fernseher und Computer befriedigt. Die spielzeugfreie Zeit stärkt Lebenskompetenzen in einem besonderen Kontext und dient der Suchtprävention. Den Kindern soll die Fähigkeit vermittelt werden, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Ohne festgelegte Spielabläufe und vorgefertigtes Spielmaterial müssen die Kinder einander genau mitteilen, was sie spielen, wie sie spielen und wie die Rollenabläufe sind. Die Sprache ist hierbei das tragende Instrument, um die Spielideen umzusetzen. Die Kinder bauen in der spielzeugfreien Zeit engeren Kontakt untereinander auf. Um in der Gruppe etwas zu erreichen, um andere von den eigenen Spielideen zu überzeugen, sind die Kinder darauf angewiesen, untereinander stärker in Beziehung zu treten und sich stärker zum Ausdruck zu bringen.

mit Klangschalen Stille und Entspannung erlernen:
Durch das Üben der „Stille“ und des „Lauschens“ der schwingenden Geräusche der Klangschalen werden die Kinder ruhiger und lernen, sich zu konzentrieren. Dies geschieht nicht durch Anweisungen und auf Druck von außen, sondern kommt aus dem Innern der Kinder selbst, einzeln und in der Gruppe.

Wortschatzstörungen erkennen und (durch Theaterspiel) positiv beeinflussen
Die Einschränkung des Wortschatzumfanges ist beispielsweise daran erkennbar, dass dem Kind zur Kommunikation notwendige Wörter wie Nomen (z. B. Hund, Auto), Verben (z. B. laufen, essen) oder Adjektive/Adverbien (z. B. schön, groß) fehlen und es häufig auf unspezifische Wörter wie „Dings“, „machen“ oder „so“ zurückgreift. Oft haben die Kinder auch Probleme, Wörter in einen Zusammenhang zu bringen (z. B. Hund und Katze dem Begriff „Tier“ zuzuordnen oder Augen, Mund und Nase dem Begriff „Gesicht“). Hält diese Symptomatik bis zum Schuleintritt an, kann sich dies nachteilig auf den Leseerwerb, d .h. das Leseverstehen auswirken. Kindern fällt es leichter, sich über Bewegung mitzuteilen und mit anderen zu kommunizieren. Damit besitzt Bewegung ein entwicklungsförderndes Potenzial, das sich insbesondere im Theaterbereich wiederfindet und sinnstiftend eingesetzt werden kann.

Der Fachtag wird um 9 Uhr in der Aula der Pestalozzischule von Marcel Kruppa, Leiter des Amtes für Schule, Soziales und Sport, offiziell eröffnet. Nach einem Impulsvortrag zum Thema „Stressmanagement in der Kita“ werden 14 verschiedene Workshops – verteilt in den einzelnen Klassenräumen bzw. in der Turnhalle – angeboten, in denen spezielle Themenbereiche noch genauer unter die Lupe genommen werden. Abschließen wird den Fachtag am Nachmittag ein Plenum, in dem die Referenten eine kurze Feedbackrunde zu ihren Eindrücken aus den Workshops geben werden.

Die Vertreter aller Medien sind recht herzlich eingeladen.
Ich empfehle Ihnen die Zeit vor den ersten Workshops am Vormittag, zu der Sie auch mit Fachkräften und Referenten ins Gespräch kommen können.


Tagungsablauf:
09:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch den Träger
09:15 – 10:30 Uhr Impulsvortrag „Stressmanagement in der Kita“
10:45 – 12:15 Uhr Workshops
12:15 – 13:00 Uhr Mittagspause
13:00 – 14:30 Uhr Workshops
14:30 Uhr Abschluss der Workshops mit Auswertung
15:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Workshops im Überblick:
 Da bleibe ich ganz cool – Gesprächssituationen in schwierigen Situationen (Dr. U. Nagel, Dresden)
 Klinikalltag in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (K. Bleyer, HBK Zwickau)
 Marburger Konzentrationstraining (C. Strehlau, KIKOO)
 Stressmanagement in der Kita (M. Jacobi, Dresden)
 Stille Störungen (M. Meixner, Johanngeorgenstadt)
 Zahlen draußen entdecken (C. Meier, Zwickau)
 Klangschalen (I. Nollau, Meißen)
 Spielzeugfreie Zeit im Kindergarten (E. Ordnung-Posner, Plauen)
 Konzentration bei Kindergartenkindern: Fakten und Förderung? (F. Rustler, Zwickau)
 Sprachverständnis- & Wortschatzstörungen von Krippe bis Schulalter (M. Rustler, Zwickau)
 Moderne Erziehung – Erziehung im Spagat zwischen Modernismus, Anpassung und Traditionalismus (O. Schwarz, Chemnitz)
 Gesundheitsbewusstsein und Achtsamkeit (S. Georgi, Salzgrotte Zwickau)
 Objekttheater mit Alltagsgegenständen (S. Weitzel, Theater Halle)
 Drums Alive® (K. Wönckhaus, Leipzig/Halle)

Quelle: Presse- und Oberbürgermeisterbüro Stadtverwaltung Zwickau


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