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Letzter Exponatwechsel in der Schatzkammer der Priesterhäuser


Letzter Exponatwechsel in der Schatzkammer der Priesterhäuser


Letzter Exponatwechsel in der Schatzkammer der Priesterhäuser

Sonderausstellung zum Stadtjubiläum endet in zwei Wochen

Nur noch bis 21. Oktober besteht die Möglichkeit zum Besuch der Sonderausstellung „Geschichte und Geschichten – 900 Jahre Zwickau“ in den Priesterhäusern. Die eigens für das Stadtjubiläum der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt konzipierte Exposition bietet an den letzten Tagen noch drei besonders seltene und wertvolle Ausstellungsstücke. Vom kommenden Dienstag an sind das Kopialbuch mit der Abschrift der Ersterwähnung von Zwickau 1118 aus dem 15. Jahrhundert, das Bürgerlehen mit dem ersten Nachweis über die bergbauliche Tätigkeit in der Region von 1316 und das Breviarium Numburgense von 1467 zu sehen.

Geschichte und Geschichten – eine besondere Ausstellung in besonderen Häusern

Schon die Priesterhäuser selbst sind geschichtsträchtig: Ihre Entstehung reicht nachweislich bis in das 13. Jahrhundert zurück, bereits 1466 bestanden sie in ihrer heutigen Grundstruktur. Die Priesterhäuser sind somit das älteste erhaltene Wohnbauensemble Sachsens und eines der ältesten Deutschlands.

Als stadt- und kulturgeschichtliches Museum bieten sie seit 2003 einen abwechslungsreichen Überblick über die Geschichte Zwickaus. Die präsentierten Objekte reichen von einem aus der mittleren Altsteinzeit stammenden Faustkeil (mind. 60.000 Jahre v. Chr.) bis hin zu einem Film, der die jüngste Vergangenheit Zwickaus beleuchtet. Die Besiedlung der Region, die historische Stadtstruktur, Reformation, Schule, Handwerk, Industriegeschichte und viele weitere Aspekte werden authentisch und eindrucksvoll präsentiert. Zu den Ausstellungsstücken, die dauerhaft zu sehen sind, gehören beispielsweise das älteste bekannte Ratssiegel Zwickaus (um 1290), der „Zwickauer Ratsschatz“ (15. bis 17. Jahrhundert), das Stadtmodell, das Zwickau im 16. Jahrhundert zeigt, oder das Modell des Fördergerüstes und der Fördermaschine des „Bürgerschachtes II“, welches schon bei der Industrie- und Gewerbeausstellung 1906 gezeigt wurde.

Mit der Sonderausstellung „Geschichte und Geschichten – 900 Jahre Zwickau“ wird die Dauerausstellung auf zweifache Weise ergänzt. Herausragende Objekte, wie mittelalterliche Urkunden, in Zwickau gefertigtes Porzellan oder ein regionaler, um 1210 in Silber geprägter Pfennig (Brakteat) werden in einer eigenen „Schatzkammer“ präsentiert. Davor wird eine Auswahl von Exponaten gezeigt, die noch nie in den Priesterhäusern zu sehen waren. Dazu gehören das wohl älteste bekannte WC Zwickaus aus dem Jahr 1875 oder das maßstabsgetreue Modell einer Plattenbauwohnung.

Einen weiteren Blick auf die Stadtgeschichte bieten „Straßenschilder“, die sich an verschiedenen Orten der Dauer- und Sonderausstellung befinden. Die Straßennamen verweisen auf Orte und Gegebenheiten, die mit der Entwicklung der Stadt zu tun haben oder auf bedeutende und mit Zwickau verbundene Persönlichkeiten. Beleuchtet werden beispielsweise An den Bergkellern, Ernst-August-Geitner-Straße, Tuchmacherdamm, Colombstraße, Jerusalemer Platz, Münzstraße, Osterweihstraße, Paradiesbrücke, Neuberinplatz, Stiftstraße oder Vereinsglückstraße. An etwa 20 Stationen werden auf diese Weise Geschichte und Geschichten rund um das 1118 erstmals erwähnte Zwickau erzählt.

Besondere Schätze und Veranstaltungen zum Ende der Sonderausstellung

Zum Ende der Sonderausstellung sind ab 9. Oktober insbesondere drei wertvolle Exponate zu sehen, die aus konservatorischen Gründen nur zeitweise ausgestellt werden können. Zu diesen gehört das sonst im Stadtarchiv verwahrte Kopialbuch aus dem 15. Jahrhundert, dass die Abschrift der urkundlichen Ersterwähnung Zwickaus im Jahr 1118 enthält – die Originalurkunde existiert nicht mehr. Kopialbücher enthalten Abschriften von Urkunden. Sie wurden angelegt, um schnell auf die Informationen der Originale zugreifen zu können. Die Originalurkunden wurden gesondert aufbewahrt.

Ebenfalls aus dem Stadtarchiv stammt das „Bürgerlehen“. In dieser Urkunde, einem Pergament mit Wachssiegel, vom 3. Mai 1316 bestätigt der Meißnische Markgraf Friedrich der Gebissene die Bergbaurechte der Stadt Zwickau am „Hohen Forst“. Dies ist der erste Nachweis über bergbauliche Tätigkeit in der Zwickauer Region.

Das Brevatrium Numburgense stammt von 1487 aus Nürnberg. Dieses Buch wurde im Auftrag des Naumburger Bischofs Dietrich von Schönberg herausgegeben und enthält die Stundengebete der katholischen Kirche. Es ist aus dem Nachlass Stephan Roths, des Zwickauer „Stadtschreibers“, der von 1492 bis 1546 lebte. Sein gesamter schriftlicher Nachlass und seine Bibliothek werden in der Ratsschulbibliothek Zwickau aufbewahrt. Die Zeugnisse seiner Stadtschreibertätigkeit finden sich in großer Fülle im Stadtarchiv Zwickau.

Zum Abschluss der Ausstellung bieten die Priesterhäuser noch fünf Sonderveranstaltungen an. „Der verschwundene Goldtopf“ (10. Oktober), „Verfilzt und zugenäht – Kleine Puppen aus Wolle gemacht“ (17. Oktober) und „Geschichte und Geschichten aus dem 900-jährigen Zwickau“ (20. Oktober) richten sich speziell an Kinder. Die öffentliche Führung mit der Vorstellung des Objekts des Monats – Eine Pulverflasche (10. Oktober) oder die Führung „Schätze aus der Waffenkammer“ (13. Oktober) richten sich altersübergreifend an Interessenten. Die genauen Termine und Preise sind den Internetseiten der Priesterhäuser zu entnehmen. Um Voranmeldung wird in jedem Fall gebeten.

Quelle: Stadt Zwickau


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