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Legendäre Momente am Sachsenring


Legendäre Momente am Sachsenring


Legendäre Momente am Sachsenring

Ganz gleich ob DTM, MotoGP oder Formel 1 – der Motorsportkalender 2018 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Auch in diesem Jahr gab es in den verschiedensten Rennserien spektakuläre Rennen auf unserem Sachsenring. Die seit 1927 bestehende Rennstrecke gehört zu den ältesten in ganz Deutschland. Kein Wunder, dass es hier viele heiße Kämpfe auf zwei und vier Reifen ausgetragen wurden. Wir wollen auf die legendärsten Momente auf dem traditionsreichen Kurs zurückblicken.

Die Anfänge und die Kriegsunterbrechung

An Christi Himmelfahrt des Jahres 1927 war es soweit – erstmals findet das Badberg-Vierecksrennen für Motorräder auf dem ursprünglichen Sachsenring statt. Schon bei Premiere fanden 140.000 Zuschauer ihren Weg an den Rand der Rennstrecke. Auch im folgenden Jahr avancierte das Rennen zum Publikumsmagnet, wurde dann allerdings zunächst ausgesetzt, da mehrere tödliche Unfälle zu Protesten in der Bevölkerung führten. In den 1930er Jahren wurde der Kurs nach einigen Änderungen dem internationalen Rennkalender hinzugefügt, beispielsweise wurde 1934 der erste Große Preis von Deutschland für Motorräder ausgetragen. Bis 1939 wurden noch verschiedene Grand Prix auf der Rennstrecke gefahren, danach sollte der Krieg die Unterbrechung des Rennsports auf dem Sachsenring fordern.

Die WM-Anfänge auf dem Sachsenring

Erst vier Jahre nach dem Kriegsende, im Jahr 1949, wurden die Wettkämpfe am Sachsenring wieder aufgenommen. 1950 sahen 400.000 Zuschauer ein Rennen der deutschen Meisterschaft.

In den 1960er Jahren erlebte der Sachsenring dann seine wahre Blütezeit und wurde erstmals in den internationalen Rennkalender aufgenommen. So ging es 1961 das erste Mal um WM-Punkte. Beim großen Preis der DDR wurden Rennen in den vier Klassen, 125, 250, 350 und 500 cm³, ausgetragen. Die Elite des Motorradrennsports versammelte sich für ein Wochenende in Sachsen und zeigte Motorsport auf Weltniveau. Der damalige Renn-Enthusiast und spätere Ringsprecher Lutz Weidlich erinnert sich: „Ich war als Nachwuchssprecher in der MTS-Kurve und konnte direkt glänzen.“, so Weidlich über seinen ersten Reporter-Einsatz am Sachsenring. Schon das erste WM-Wochenende am Sachsenring hielt einige Überraschungen und spannende Elemente bereit. So gewann mit Ernst Degener ein Lokalmatador die 125 cm³ Klasse auf seiner MZ und der Brite Mike Hailwood gewann in der 250 cm³ Klasse auf einem fremden Motorrad, da ihm Honda kein passendes Rad bereitstellen konnte. In Zeiten des kalten Krieges hatte ein Brite auf einer ostdeutschen Maschine schon etwas Völkerverbindendes. Nach dem Rennwochenende sprach man gar vom MZ-Doppelsieg.

BRD gegen DDR – Der „Klassenfeind“ siegt

Ein paar Jahre später, 1971 um genau zu sein, hatte wieder einmal ein deutscher Fahrer die Chance auf den Sieg beim Meisterschaftsrennen am Sachsenring. Nur leider trat Dieter Braun für die BRD an. Ein westdeutscher Rennfahrer fährt in der 250 cm³ Klasse den Sieg in der DDR ein und 250.000 Zuschauer jubelten dem Gewinner zu – das sollte den Verantwortlichen gar nicht gefallen. Schließlich wurde die Nationalhymne zu Ehren des Siegers lediglich in der Nähe des Podiums gespielt, alle anderen Lautsprecher wurden abgeschaltet. Dass trotzdem mehrere tausend Fans bei der westdeutschen Hymne mitsangen, passte der Parteiführung gar nicht. Als Konsequenz daraus zog sich die DDR zwei Jahre später von der WM zurück und die traditionsreiche Rennstrecke sollte erst in Zeiten der Wiedervereinigung wieder im internationalen Rennkalender auftauchen. Bis dahin fanden lediglich DDR-Rennen und osteuropäische Rennserien auf dem Kurs statt.

Neuanfang in den 1990ern

Nach dem Ende der DDR, wurde es erst einmal ruhig um die legendäre Rennstrecke. Der seit Jahrzehnten unveränderte Kurs entsprach nicht mehr den gängigen Sicherheitsanforderungen, so dass die Strecke modernisiert und umgebaut werden musste. Mit dem Bau eines Sicherheitszentrums und moderneren Anlagen, bot sich ab Mitte der 1990er Jahre wieder die Möglichkeit, erstklassigen Rennsport in Sachsen zu zeigen. 1996 gab der internationale Rennsport dann mit der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft und dem ADAC Super Tourenwagen Cup sein Comeback auf dem Kurs. Auch ein Rennen der MotoGP wurde im Jahre 2018 auf dem Sachsenring ausgetragen. Absoluter Favorit auf dem Gesamtsieg ist in diesem Jahr Marc Marquez, der mit Stand vom 4. Oktober bei Betway mit einer 1,001 Quote auf den Gesamtsieg gelistet wird. Die Motorrad WM kehrte 1998 zurück und wurde zunächst zu einem vollen Erfolg.

MotoGP 2006 – Rossi mit 0.145 Sekunden

Leider gastierte die MotoGP im Jahr 2018 zum vorerst letzten Mal auf dem Sachsenring. Ab 2019 wird der legendäre Kurs nicht mehr zum Rennkalender der Motorradserie gehören. Eines der spannendsten Rennen in dieser Serie auf dem Sachsenring war das Aufeinandertreffen der vier Rivalen Valentino Rossi, Marco Melandi, Nicky Hayden und Dani Pedrosa im Jahr 2006. In der höchsten Klasse, der 500 cm³ MotoGP Serie musste sich der legendäre Rossi von Platz 11 nach vorne kämpfen. Nach einem packenden Schlagabtausch mit den anderen Fahrern gelang es dem Italiener, mit 0,145 Sekunden die Ziellinie als erster zu überqueren. Dies war eines der knappsten Rennen in der Geschichte des Sachsenrings. Doch auch wenn die MotoGP hier zunächst pausieren wird, gibt es auch noch andere Rennserien wie die ADAC GT Masters.

Quelle Text: Sebastian Thiele / Foto: Thomas Kustmann


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