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Lebendige Bergmannstradition in Annaberg-Buchholz Eindrucksvolle Abschlussbergparade im Advent am 23. Dezember 2018


Lebendige Bergmannstradition in Annaberg-Buchholz Eindrucksvolle Abschlussbergparade im Advent am 23. Dezember 2018


Lebendige Bergmannstradition in Annaberg-Buchholz Eindrucksvolle Abschlussbergparade im Advent am 23. Dezember 2018

Zu einer eindrucksvollen Präsentation des bergmännischen Brauchtums gestaltete sich die Abschlussbergparade des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V. am 23. Dezember 2018 in der Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz. Rund 1.100 Trachtenträger boten in der Stadt ein eindrucksvolles Bild und sorgten für echtes Gänsehaut-Flair.
Angeführt von Mitgliedern des Bundes- und Landesvorstandes der deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, der sächsischen Landesstandarte, der gastgebenden Bergknapp- und Brüderschaft „Glück auf“ Frohnau/Annaberg-Buchholz e.V. sowie dem Bergmusikkorps „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. bewegte sich die Bergparade vom Busbahnhof über die Wolkensteiner Straße, den Annaberger Markt zum Eduard-von-Winterstein-Theater, zurück zum Markt und hinauf zur Annenkirche.
Neben zahlreichen sächsischen Bergmannsvereinen beteiligten sich wiederum Gastvereine aus anderen Bergbauregionen sowie aus der Tschechischen Republik an der Parade. Den glanzvollen Schlusspunkt setzte das große Bergkonzert an der berühmten Annenkirche. Es wurde diesmal von neun Bergkapellen und etwa 300 Bergmusikern musikalisch ausgestaltet.
Als prominente Gäste begrüßten der Annaberg-Buchholzer Oberbürgermeister Rolf Schmidt und der Sächsische Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine u.a. die Sächsischen Staatsminister Martin Dulig und Barbara Klepsch, Landrat Frank Vogel sowie den Oberbürgermeister der Annaberg-Buchholzer Partnerstadt Weiden, Kurt Seggewiß.

OB Rolf Schmidt: Neu auf bergmännische Werte besinnen

Angesichts der Lage im Land und in der Welt mahnte OB Rolf Schmidt in seiner Ansprache, sich wieder ganz neu auf die inneren Werte der Berglaute zu besinnen. Gegenseitige Wertschätzung, Achtung und Respekt, Vertrauen und Solidarität seien wie vor Jahrhunderten auch in der Gegenwart überlebensnotwendig. Das gelte für das Zusammenleben in den Familien genauso wie für das Miteinander in Dörfern und Städten, Regionen und Ländern sowie in der ganzen Welt. Menschliche Wärme dürfe nicht nur zur Weihnachtszeit die Herzen der Menschen erreichen. Wörtlich sagte er u.a.: „Ich wünsche ich mir, dass das Licht, das in der Advents- und Weihnachtszeit Bergmänner und Engel, Pyramiden und Schwibbögen zum Leuchten bringt, weit ins Land hinaus strahlt, die Herzen der Menschen erreicht und sie positiv verändert.“

Die Besucherresonanz der Bergparade in Annaberg-Buchholz war enorm. Weit über 20.000 Gäste erlebten in diesem Jahr dieses Glanzlicht bergbaulicher Brauchtumspflege. Insgesamt war sie eine eindrucksvolle Reverenz an die erzgebirgisch-sächsische Bergbaugeschichte und -gegenwart. In Annaberg-Buchholz versteht man das als Zeichen besonderer Wertschätzung durch bergmännische Traditionsvereine und ist dafür sehr dankbar.
Das MDR-Fernsehen nahm das Ereignis am 23. Dezember 2018 in Annaberg-Buchholz zum Anlass für die große Fernsehsendung „Adventszauber – Bergparaden und Lichterglanz im Erzgebirge“, die von 15.45 bis 16.55 Uhr zu sehen war.

Die Tradition der Bergparaden und Bergaufzüge im Erzgebirge ist ein fester Bestandteil sächsisch-erzgebirgischer Kultur. Im Jahr 2016 wurden die sächsischen Bergparaden durch die Kultusministerkonferenz in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Träger der Bergparaden ist im Freistaat der Sächsische Landesverband im Bund deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V..

Reverenz an Silberstadt – lebendige Traditionspflege – aktiver Bergbau

In der Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz ist der Atem einer über fünfhundertjährigen Bergbaugeschichte noch heute in vielfältiger Weise spürbar. Lebendige Brauchtums- und Traditionspflege prägt das städtische und kulturelle Leben. Als wahrscheinlich einzige Stadt in Deutschland besteht in Annaberg-Buchholz die Chance, gleich in vier bedeutende Gruben des 16. Jahrhunderts einzufahren. Heute werden sie als Besucherbergwerke von drei engagierten Vereinen und der Stadt betrieben.
Der „Dorotheastolln“ stellt die ertragreichste, der „Markus-Röhling-Stolln“ die tiefste und die Grube „St. Briccius“ die älteste Fundstätte des Annaberger Grubenreviers dar. Das Besucherbergwerk „Im Gößner“  lädt mitten in der historischen Altstadt, im Hof des Erzgebirgsmuseums dazu ein, zu den bergbaulichen und monetären Wurzeln der Stadt vorzudringen.

Die St. Annenkirche birgt mit dem berühmten Bergaltar von Hans Hesse (1521) die früheste Darstellung der Technologie des Silberbergbaus in Sachsen und der Frohnauer Hammer – einst städtische Münze und Bergschmiede – repräsentiert das erste technische Denkmal der Bergbau- und Industriegeschichte in Sachsen. In der „Schatzkammer der Rechenkunst“, kann die Wirkungsstätte des berühmten Bergbeamten und Rechenmeisters Adam Ries in Augenschein genommen werden, der von 1522/23 bis zu seinem Tod 1559 in Annaberg wirkte.

Die Bergkirche St. Marien im Annaberger Stadtzentrum ist die einzige knappschaftliche Sonderkirche Sachsens. Von 1502 bis 1511 wurde ihr Bau ausschließlich mit Geldern der Bergknappschaft finanziert. Bis ins 19. Jahrhundert bezahlte die Knappschaft ihre Bergprediger selbst. Heute beherbergt die Kirche das berühmte Holzkunstwerk „Bergmännische Krippe“ mit 32 meisterhaft geschnitzten Großfiguren.

Die Manufaktur der Träume lädt dazu ein, bergmännische Kultur kennen zu lernen. Die Bergparade August des Starken von 1719 im Miniaturformat, Buckel- und Flaschenbergwerke, zahlreiche geschnitzte Bergleute, Miniaturbergwerke sowie ein Kastenbergwerk mit dem Motiv des berühmten Annaberger Bergaltars zeigen in vielfältiger Weise erzgebirgisch-sächsische Bergbau- und Volkskunstgeschichte.

Darüber hinaus gibt es mit der Bergknapp- und Brüderschaft „Glück auf“ Frohnau e.V., dem Bergmusikkorps „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz/Frohnau e.V., sowie den Vereinen „Altbergbau Markus-Röhling-Stolln Frohnau e.V., „IG Altbergbau Dorothea Stollen Himmlisch Heer e.V.“ und der „Gewerkschaft St. Briccius e.V.“ aktive Interessengemeinschaften, die sich die bergmännische Traditionspflege und die Bewahrung bergmännischer Sachzeugen auf die Fahne geschrieben haben.

Im Jahr 2013 begann erneut der aktive Bergbau im Erzgebirge. Südlich von Annaberg-Buchholz, in Niederschlag bei Bärenstein, werden Fluss- bzw. Schwerspat abgebaut, begehrte Rohstoffe in der Bohr- und Röntgentechnik, für Teflon und Gore-Tex sowie die Automobilindustrie. Hauer und Steiger werden künftig nicht mehr nur als Mitglieder von Bergparaden zu sehen sein, sondern für die Arbeit unter Tage ganz konkret benötigt. Geschätzte drei Millionen Tonnen Spat liegen in Niederschlag, Arbeit für etwa 30 Jahre. Außerdem werden gegenwärtig im Erzgebirge mehrere Lagerstätten für andere Minerale, Erze und Metalle erkundet.

Quelle: Stadt Annaberg-Buchholz, Matthias Förster


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