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Jubiläum: 80 Jahre erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt Ausstellungseröffnung am 29. November 2013 in Frohnau


Jubiläum: 80 Jahre erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt Ausstellungseröffnung am 29. November 2013 in Frohnau


Jubiläum: 80 Jahre erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt Ausstellungseröffnung am 29. November 2013 in Frohnau

Jubiläum: 80 Jahre erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt Ausstellungseröffnung am 29. November 2013 in Frohnau

Vor 80 Jahren wurde im erzgebirgischen Frohnau, weithin bekannt durch das erste technische Denkmal Sachsens, den Frohnauer Hammer, die erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt errichtet. Der Frohnauer Zimmermann Traugott Pollmer, Mitglied im örtlichen Schnitzverein, hatte 1926 die Idee, eine „Pyramide für alle“ zu schaffen. Den Anstoß dafür gab der „Christbaum für alle“, die Aufstellung des ersten elektrisch beleuchteten Weihnachtsbaumes 1926 auf dem Annaberger Markt.

Die erste Freiland-Weihnachtspyramide sollte ebenfalls elektrisch beleuchtet und angetrieben werden. Maßgeblich an der Realisierung des Projekts beteiligt waren die Werkstatt Oskar Weber in der Sehmatalstraße 10, die Elektrofirma Schubert sowie Mitglieder des Frohnauer Schnitzvereins, die dazu die Figuren fertigten.

Jubiläum: 80 Jahre erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt Ausstellungseröffnung am 29. November 2013 in Frohnau

Nach fast zwei Jahren gemeinsamer Arbeit wurde die erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt am 17. Dezember 1933 vor dem Frohnauer Gemeindeamt feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Die vierstöckige Pyramide war mit gotischen Bögen und Säulen gestaltet und zeigte die Christgeburt, Bergleute, Engel sowie Szenen aus der Tierwelt. Traugott Pollmer erlebte die Weihe selbst nicht mehr. Zwei Jahre lang schmückte die Pyramide das Ortsbild. Danach kam es zu politischen Differenzen. Die Christgeburt erschien einem nationalsozialistisch gesinnten Mitglied des Schnitzvereins nicht mehr zeitgemäß. Daraufhin nahmen all jene, die die Freilandpyramide geschaffen hatten, ihre Teile mit nach Hause. Ab 1935 wurde sie nie wieder aufgestellt. Heute sind alle Teile verschollen. Allerdings existieren noch historische Fotos.

außergewöhnliche Kunstwerke von den berühmten Schnitzern Paul Schneider und Constantin Bach. Themen sind z. B. Prinzenraub, Barbara Uthmann und Bergbau, aber auch Alltagsszenen und Schnitzereien zum Schmunzeln.Am Freitag, dem 29. November 2013 wird das 80. Jubiläum ersten Freiland-Weihnachtspyramide der Welt im Ortsteil Frohnau feierlich begangen. Ab 17.00 Uhr öffnet in der Volkskunstgalerie des Frohnauer Hammers eine sehenswerte Ausstellung zum 100. Jubiläum des Schnitzvereins Frohnau ihre Pforten. Diesem Verein ist es zu verdanken, dass in Frohnau die erste Freiland-Weihnachtspyramide entstand. Gezeigt werden zahlreiche Schnitzarbeiten und Dokumente aus der Geschichte des Vereins, so z. B.

Geschichtlich bedeutsam sind auch Fotos und Unterlagen von der ersten Ortspyramide der Welt.  Außerdem werden Pläne, Bilder und Dokumente vom Nachbau der ersten Freiland-Weihnachtspyramide der Welt ausgestellt, der im Jahr 2012 durch Mitglieder des Schnitzvereins „Paul Schneider“, regionale Firmen und die Stadt Annaberg-Buchholz realisiert wurde.

Um 17.45 Uhr beginnt am Technischen Museum Frohnauer Hammer an der jetzigen Frohnauer Ortspyramide das traditionelle Pyramidenanschieben. Ortsvorsteher Lutz Müller sowie Stadtrat Dietmar Lang, 1. Vorsitzender des Verbandes Erzgebirgischer Schnitze e. V., werden dabei auch auf die Geschichte der ersten Freiland-Weihnachtspyramide der Welt eingehen. Besucher erfahren dabei interessante Fakten zur Vorgeschichte sowie zur Umsetzung des ehrgeizigen Projektes.

Nachbau der ersten Freiland-Weihnachtspyramide der Welt Knapp 80 Jahre nach der ersten Aufstellung ergriffen Stadtrat Dietmar Lang, Mitglieder des Schnitzvereins „Paul Schneider“, städtische Firmen und die Stadt Annaberg-Buchholz die Initiative, um die erste Freiland-Weihnachtspyramide der Welt im Maßstab 2 : 3 wieder entstehen zu lassen.

Im Mai 2012 begann eine Arbeitsgruppe von Handwerkern, Schnitzern und Mitarbeitern der Stadt mit der Realisierung. Anhand alter Fotos wurden Baupläne gezeichnet und Materialeinkäufe getätigt. Der äußere Rahmen der Pyramide entstand im städtischen Betriebshof, in der Drechslerei Breitfeld sowie in der Firma Schlosserei und Werkzeugbau Christoph Schiefer. Das VW-Autohaus Seifert kümmerte sich um die Farbgebung, die Firma Elektrobau Annaberg GmbH um den Antrieb. Die Pyramidenfiguren wurden von Mitglieder des Schnitzvereins „Paul Schneider“ geschnitzt. Außerdem fertigte Glasbläsermeister Frieder Schulz, Niederdorf mundgeblasene Aufsätze für die elektrischen Kerzen. Am 9. September 2012 wurde der originalgetreue Nachbau zum Tag der Sachsen in Freiberg sowie in diesem Jahr zum Tag der Sachsen am 8. September 2013 in Schwarzenberg auf einem Festwagen präsentiert. Jeweils in der Adventszeit ist die Pyramide im Annaberger Rathaus zu bewundern.

Hintergrund:

Das Erzgebirge ist nicht nur durch den Bergbau, sondern auch durch seine Volkskunst bekannt geworden. Zur ursprünglich bergmännischen Volkskunst des Schnitzen und Basteln kamen vor allem ab dem 19. Jahrhundert noch das Drechseln und die Holzspielzeugherstellung hinzu. Diese Traditionen wurden von Generation zu Generation weitergegeben, durch neue Motive und Techniken bereichert und auf diese Weise erhalten und ergänzt.

Eine vorrangige Stellung nahm die Herstellung und das Aufstellen von Weihnachtspyramiden ein. Gegenwärtig werden in erzgebirgischen Handwerksbetrieben, aber auch von Volkskünstlern Tausende dieser Schmuckstücke gefertigt und in alle Welt versandt. Von der kleinen Minipyramide bis zur imposanten großen Zimmerpyramide gibt es vielfältige Formen und Konstruktionen.

Seit 1933 gibt es auch erzgebirgische Weihnachtspyramiden, die im Freien aufgestellt werden. Sie bezeichnet man als Freilandpyramiden, Orts- oder Marktpyramiden oder zutreffend als „Pyramiden für alle“. Frohnau bei Annaberg-Buchholz war weltweit die erste Kommune, in der eine solche Freiland-Weihnachtspyramide den Ort schmückte. Inzwischen gibt es nach Schätzung von Fachleuten über 400 solcher Freiland-Weihnachtspyramiden in vielen Städten und Dörfern des Erzgebirges, auch an Privathäusern und in Betrieben. Auch in der Schweiz, in Frankreich, den USA, Brasilien und Japan wurden inzwischen solche Pyramiden, die ihre Wurzeln im Erzgebirge haben, aufgestellt.

 Quelle: Stadt Annaberg


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