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46. Eisspeedway Berlin ist Koltakov-Land


46. Eisspeedway Berlin ist Koltakov-Land


46. Eisspeedway Berlin ist Koltakov-Land

 


  1. Eisspeedway Berlin
    vom 28. Februar bis 3. März 2019
    im Horst-Dohm-Eisstadion Berlin-Wilmersdorf

Berlin ist Koltakov-Land

Mit dem fünften Sieg in Folge im Horst-Dohm-Eisstadion in Berlin-Wilmersdorf von Dmitry Koltakov endete der erste WM-Tag des nun schon 46. Eisspeedways in der deutschen Hauptstadt. In einem spannenden Finale setzte sich der russische Spike-Ritter gegen seine Landsleute Dinar Valeev und Dmitry Khomitsevich durch. Sensationeller Vierter wurde Hans Weber aus dem bayrischen Mitterdarching.

Dabei hatte das Rennen vor rund 4.200 Zuschauer, und damit erneut mehr als im Vorjahr, für Dmitry Koltakov gar nicht so gut angefangen. In seinem ersten Heat stürzte vor ihm Martin Haarahiltunen, was ihm der 28-jährige Dmitry Koltakov, nur weniger Meter hinter dem Kamikaze-Schweden fahrend, gleich tat. Damit hatte der dreifache und amtierende Weltmeister mit null Punkten auf dem Zettel angefangen. Da er danach fast schon gewohnt souverän agierte und alle seine weiteren Läufe gewann, war seine Qualifikation für eines der beiden Halbfinals nicht in Gefahr.

Allerdings hatte es ihm in der Schlussrunde der Vorläufe Johann Weber das Leben ziemlich schwer gemacht, führte der sechs Jahre ältere Bayer doch jenen Heat zweieinhalb der üblichen vier Runden an. Am Ende war Dmitry Koltakov doch etwas zu stark für den „Eishans“ und strich einen weiteren „Dreier“ ein. Allerdings hatte Hans Weber damit angedeutet, was er sich für sein Heimspiel vorgenommen hatte – ins Halbfinale, oder noch besser ins Finale zu kommen und dort den übermächtigen russischen Fahrern bestmöglich Paroli zu bieten.

Genau so kam es dann auch, wobei es speziell die Halbfinals in sich hatten. Im ersten schickte der 60-jährige Schwede Stefan Svensson Andrey Shishegov in die Strohballen und wurde vom Re-Run ausgeschlossen. Da sich der für Kasachstan startende Russe dabei leicht verletzt hatte und nicht mehr starten konnte, war der Einzug ins Finale der verbliebenen beiden Piloten, Dmitry Koltakov und Dinar Valeev, reine Formsache.
Ein ähnliches Szenario spielte sich im zweiten Halbfinale ab. Erst stürzte der als WM-Leader angereiste Daniil Ivanov, ebenfalls aus dem Land von „Väterchen Frost“, in Kurve eins und kurz darauf, als die denn Rennabbruch verkündenden roten Flaggen geschwenkt wurden, legte sich auch Martin Haarahiltunen trotz vergleichsweise gemächlicher Fahrt ab. Zwar konnte er, anders als der Abbruchverursacher Daniil Ivanov, beim erneuten Rennstart wieder antreten. „Bei diesem merkwürdigen Unfall habe ich mich an der Hand verletzt, mich provisorisch medizinisch versorgen lassen und bin wieder an den Start gegangen. Allerdings hatte und habe ich furchtbare Schmerzen, sodass ich aus dem Rennen ausgestiegen bin. Ich hoffe, dass nichts gebrochen ist“, klärte der stets draufgängerische Skandinavier kurz nach Rennende. Die im Rennen verbliebenen Dmitry Khomitsevich und Hans Weber hatten somit ebenfalls leichtes Spiel, ins Finale einzuziehen.

In diesem gab Dmitry Koltakov, der Berlin in den letzten beiden Jahren jeweils einen Doppelsieg feierte, von Beginn an den Ton an. Auch die Plätze zwei und drei waren schnell von Dinar Valeev und Dmitry Khomitsevich bezogen. Dahinter fuhr Hans Weber, zwar in Schlagdistanz zu den russischen Akteuren, aber nicht nah genug, um einen erfolgversprechenden Angriff starten zu können, den vom frenetischen Publikum vielumjubelten vierten Platz nach Hause. Seine Finalteilnahme an sich war schließlich schon eine Sensation, war es doch die erste eine deutschen Piloten seit ewigen Zeiten. Er sagte anschließend: „Das war ein ziemlich geiler Tag. Er hat zwar bescheiden angefangen, denn in den ersten Rennen ist mein Vorderrad beim Start immer aufgestiegen. Wir hatten einen anderen Kupplungsdeckel montiert, weil wir uns davon etwas versprochen hatten. Das ging allerdings nach hinten los. Mit dem alten Kupplungsdeckel war es dann wieder besser. Es war natürlich wahnsinnig schön, ins Finale zu kommen. Als ich im Halbfinale war, habe ich mir gesagt, jetzt alles oder nichts. Das mir das Ganze dann von Haara etwas erleichtert wurde, war zwar ein bisschen Glück, aber wir reden hier von einem sehr hohen Niveau, sodass man sich dieses auch erarbeiten muss. Im Finale wollte ich natürlich nicht einfach nur auf den vierten Platz umherfahren, sondern schon ein bisschen gegen die Russen anstinken. Ich hatte aber ein Problem mit dem Gasgriff, den ich nicht so richtig kontrollieren konnte. Das soll aber keine Ausrede sein. Ich bin absolut stolz, dass ich ins Finale gekommen und dort im Prinzip auf dem Niveau der Russen mitgefahren bin.“

Zufrieden war natürlich auch der Tagessieger, Dmitry Koltakov, der seinen Renntag folgendermaßen beschrieb. „Bei meinem ersten Lauf habe ich in der ersten Kurve eine böse Rille erwischt, die ich nicht gesehen habe. Danach musste ich natürlich die verlorengegangenen Punkte wieder aufholen, was mir gut gelungen ist. Hans Weber ist heute zwar stark gefahren, allerdings schien es mir in seiner Nähe auch immer ziemlich gefährlich. Am Ende war es aber doch noch ein sehr guter Tag, der mich meinem Hauptziel, die Weltmeisterschaft erneut zu gewinnen, ein Stückchen näher gebracht hat. Morgen sehen wir weiter, dann möchte ich natürlich meine Berlin-Serie weiter ausbauen.“

Die beiden Fahrer des gleichnamigen Teams der gastgebenden Eisspeedwayunion Berlin, Max Niedermaier und Tobias Busch, konnten kaum Akzente setzen, wobei beim Bayern, der permanent im Grand Prix vertreten ist, mit einem Heat-Sieg in seinem zweiten Lauf etwas Hoffnung aufkeimte. Allerdings blieb es bei ihm bei diesen drei Punkten.
Der per Veranstalter-Wild-Card sein erstes richtiges WM-Rennen bestreitende „Buscher“ konnte hingegen keinen Zähler verbuchen, was man ihm durchaus nachsehen muss.

Zum Abschluss des viertägigen Eisspeedway-Festes steht am Sonntag der Grand Prix sechs zur Eisspeedway-(Einzel-)Weltmeisterschaft 2019 auf dem Programm, welcher 14:00 Uhr gestartet wird. Die Stadionöffnung ist erneut drei Stunden zuvor und die Eröffnungszeremonie mit Fahrerparade 20 Minuten vor Rennbeginn, also 13:40 Uhr. Tickets sind an der Tageskasse noch erhältlich.

Weitere Infos unter: www.eisspeedwayberlin.de.

Ablauf 46. Eisspeedway Berlin

Sonntag, 3. März 2019, Rennen Eisspeedway-WM (GP6 2019)
Einlass: 11:00 Uhr
Autogrammstunde: 12:30 – 13:00 Uhr
Eröffnung: 13:40 Uhr
Beginn: 14.00 Uhr
Ende: ca. 16:30 Uhr

Quelle: Eisspeedwayunion Berlin
c/o HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG
Redaktionsbüro „Top Speed“


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