Tatort: Schwanenteich (Leipzig)

Gartenlaubenbrand in Glauchau

Mittwochnachmittag gingen der Leipziger Fahrradstaffel und zivilen Fahndern der Gemeinsamen Einsatzgruppe Bahnhof-Zentrum mehrere Kleindealer ins Netz. Wie kam es dazu?
Erfahrungen der Vergangenheit zeigten, dass im Park am Schwanenteich, am Willy-Brandt-Platz und am Georgiring durch Männer – meist nordafrikanischer Nationalitäten – Cannabisprodukte, vorrangig Marihuana, gehandelt werden. Dazu legten die „Dealer“ gewöhnlicher Weise kleine Depots mit Zipptütchen samt Betäubungsmittel im Buschwerk an.
Wohl um den Umstand wissend, prüften Gesetzeshüter gegen 15:00 Uhr den Park am Schwanenteich, wobei zwei Männer (20, 23) in ihr Visier gerieten. Sie hatten an einer Parkbank, nahe eines Gebüsches, ein kleines Depot im Erdreich angelegt und darin zehn Plastiktütchen mit Marihuana abgelegt. Kurz darauf schlenderten drei Männer durch den Park, von denen sich einer (21) zu den beiden Dealern gesellte und vier Zipptütchen nach entsprechender Gegenleistung in Empfang nahm. Anschließend verließ er in Begleitung seiner „Freunde“ den Park in Richtung Oper, wo sie bereits durch zivile Ermittler erwartet und vorläufig festgenommen wurden. Später, bei der Klärung seiner Identität, stellte sich heraus, dass der 21-jährige Tunesier als Student in Leipzig weilte und durchaus kein unbeschriebenes Blatt war. Bei der Durchsuchung seiner Kleidung fanden die Gesetzeshüter in seinem linken Turnschuh die vier Cliptüten mit Cannabis, die er vor seiner Festnahme erstand. Außerdem förderten sie drei abgelaufene bzw. ungültige Ausweise der Ausländerbehörde zu Tage. Betäubungsmittel und Ausweise wurden beschlagnahmt und der 21-Jährige vernommen. Später blieb lediglich der 21-Jährige länger Gast bei der Polizei, seine beiden Begleiter, bei denen keinerlei Anhaltspunkte auf strafrechtlich relevante Handlungen vorlagen, wurden nach der Identitätsfeststellung wieder auf freien Fuß gesetzt. Auch der 20-jährige Verkäufer konnte vorläufig festgenommen und durchsucht werden. Bei ihm fanden die Ermittler zwei Mobiltelefone, von denen eines bereits nach einem Diebstahl am 01.01.2016 zur Fahndung ausgeschrieben war. Außerdem fanden sich sechs Plastiktütchen mit Cannabis.
Offenbar war während des Zugriffs ein weiterer Mann, der sich ebenso im Park aufhielt, nervös geworden. Er nahm aus einem anderen in der Erde angelegten Depot acht Plastiktütchen mit Marihuana und wollte verschwinden. Doch die Zivilfahnder griffen zu, noch bevor er eine Möglichkeit zur Flucht hatte.
Indes informierte eine 52-Jährige über Notruf die Polizei, dass sie einen Mann beobachtet habe, der kleine Plastiktüten in einem Blumenkübel links neben dem Eingang einer Spielothek versteckte. Sie wäre daraufhin hinausgegangen und hätte die Tüte mit den Cannabisprodukten „sichergestellt“. Als die Gesetzeshüter vor Ort eintrafen und die Frau befragten, übergab sie die Tüten.
Wie es dann der Zufall wollte, konnten Zivilfahnder einen Mann beobachten, der nahe der Spielothek mehrere Tütchen mit Cannabisprodukten in einem Gebüsch versteckte. Der 23-Jährige blickte sich dabei immer wieder prüfend um. Als er das ungewöhnliche Vorgehen im Park gegenüber bemerkte – Polizisten nahmen just in dem Moment Dealer und Käufer vorläufig fest – flüchtete er in die nahegelegene Spielothek. Erst als sich aus seiner Sicht die Situation beruhigt hatte, kehrte er zu seinem Posten vor die Tür zurück. Offenbar wartete er auf Kundschaft. Da griffen die Zivilfahnder in dem Moment zu, als er aus seinem Versteck die Ware holte – es folgten die vorläufige Festnahme und Beschlagnahme des Betäubungsmittels. Nach der Personalienfeststellung und der ihm eröffneten Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln zu äußern, wurde der 23-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt.
Gegen die Männer wird nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. (MB)

Quelle: PD Leipzig



 






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