Knappes Qualifikationstraining – Porsche 919 Hybrid vorn dabei

M14_0502_fineStuttgart . Solides Qualifying für das neu formierte Porsche Team mit den beiden Porsche 919 Hybrid in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC: Nach drei problemfreien Trainingssitzungen verlief auch die erste Qualifikation beim Saisonauftakt in Silverstone reibungslos. Romain Dumas und Neel Jani qualifizierten ihren Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 14 dank einer mittleren Rundenzeit von 1:43,087 Minuten für den dritten Startplatz. Die Teamkollegen Timo Bernhard und Mark Web-ber nehmen im Schwesterauto mit der Nummer 20 das Sechsstundenrennen am Sonntag von Startplatz sechs auf. Ihre durchschnittliche Rundenzeit betrug 1:43,226 Minuten. Die Poleposition sicherten sich die Toyota-Piloten Alexander Wurz und Ka-zuki Nakajima. Bemerkenswert ist der geringe Zeitabstand zwischen allen LMP1-Werksautos: Platz eins und Platz sechs trennen weniger als 0,5 Sekunden.

Das Qualifying in der WEC ist nach Klassen aufgeteilt. Den Kategorien LMP1 und LMP2 stehen gemeinsam 25 Minuten zur Verfügung. Zwei Fahrer pro Auto müssen jeweils zwei Qualifikationsrunden absolvieren. Das Mittel aus diesen vier Rundenzei-ten entscheidet über den Startplatz.

Wolfgang Hatz, Vorstand Forschung und Entwicklung, Porsche AG: „Ich bin sehr zufrieden. Die ganze Mannschaft und die Fahrer haben eine gute Gesamtleis-tung gezeigt. Trotz des Entwicklungsfokus auf Le Mans sind wir nicht weit weg von Toyota und Audi, sondern bewegen uns auf einem Niveau. Das war nicht selbstver-ständlich, und wir sehen noch weiteres Entwicklungspotenzial.“

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Platz drei und sechs sind ein mehr als passender Einstieg für unsere neue Mannschaft. Die Monate der Vorbereitung waren hart für alle. Bei uns galt das geflügelte Wort: Wer durchatmet, hat schon verloren. Ich freue mich für jeden einzelnen vom Team.“

Andreas Seidl, Teamchef LMP1: „Wir haben eine weitere Herausforderung gemeis-tert. Die Platzierungen drei und sechs stellen uns zufrieden. Es war eher über-raschend, auf dieser für uns schwierigen Strecke in Schlagdistanz zur Konkurrenz zu liegen. Jetzt steht für uns die gezielte Vorbereitung auf das Sechsstundenrennen im Vordergrund.“

Porsche 919 Hybrid (Startnummer 14)
Romain Dumas: „Das war ein erfolgreiches Qualifying, mit Platz drei bin ich sehr zufrieden – die Zeiten liegen sehr eng beieinander. Uns sind weitere Fortschritte ge-lungen. Meine Runden waren gut, auch wenn mir in der ersten ein kleiner Fehler un-terlaufen ist. Jetzt blicken wir dem Rennen entgegen, das wir erst einmal beenden wollen. Unser Porsche 919 Hybrid lief ohne Probleme, aber wir brauchen noch im-mer mehr Erfahrung mit dem Auto.“

Neel Jani: „Wir wollten im Qualifying konkurrenzfähig sein. Das ist uns mit Platz drei gelungen. Jetzt lautet unser nächstes Ziel: Im Rennen über die Distanz kommen – und dann sehen wir mal, was dabei für uns herausspringt. Romain hat auf neuen Reifen einen tollen Job gemacht. Das war ein gutes Zusammenspiel.“

Porsche 919 Hybrid (Startnummer 20)
Timo Bernhard: „Das war eine knappe Entscheidung heute, die Rundenzeiten der Spitzenautos liegen extrem eng beieinander. Das Auto fühlte sich etwas nervös an. Trotz einer Qualifikationssimulation haben wir auch im dritten freien Training weiter an der Balance des Porsche 919 Hybrid und der generellen Abstimmung gearbeitet. Ich denke, für das Rennen sind wir nicht schlecht aufgestellt.“



Mark Webber: „Eine Stunde im freien Training war nicht sehr viel Zeit, wenn sich zwei Fahrer mit ihrem Auto auf das Qualifying und die damit verbundenen Arbeitsab-läufe einstellen wollen. Trotzdem haben wir auch die Vorbereitung auf das Rennen nicht aus den Augen verloren und weiterhin die Abstimmung optimiert. Das Team hat gute Arbeit geleistet. Im Qualifying hätten wir noch ein bisschen schneller sein kön-nen. Ein Regenrennen würde uns in der Box und auf der Strecke vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Der 919 Hybrid verfügt zwar über einen temporären All-radantrieb, auf nasser Straße verlangt aber jeder Rennwagen am Limit höchsten Respekt.“

Der Porsche 919 Hybrid
Der 919 Hybrid ist der technologisch anspruchsvollste Rennwagen, den Porsche je gebaut hat. Mit zwei unterschiedlichen Energie-Rekuperationssystemen dient er als rollendes Entwicklungslabor für zukünftige Serienmodelle der Sportwagenmarke. Zu den Besonderheiten des auf höchste Performance und Effizienz getrimmten Leicht-bau-Prototypen zählt neben der Rückgewinnung kinetischer Energie (MGU-K) wäh-rend der Bremsphasen insbesondere die Rekuperation thermischer Abgasenergie (MGU-H). Diese erfolgt unter Last, also bei Beschleunigung. Mit der Kombination beider Systeme betritt Porsche Neuland – ein Alleinstellungsmerkmal auch innerhalb des LMP1-Starterfeldes. Ruft der Fahrer die in flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterien gespeicherte elektrische Energie wieder ab, treibt ein Elektromotor mit mehr als 250 PS Leistung die Vorderachse an. Er ergänzt den 2,0 Liter großen, über 500 PS starken Downsizing-V4-Motor mit Turboaufladung und Benzindirekteinsprit-zung. Auf diese Weise verfügt der Porsche 919 Hybrid temporär über Allradantrieb.

„Home of British Motor Racing“
Dass Silverstone die Heimat des britischen Motorsports ist, steht unübersehbar in großen Lettern über dem Haupteingang. Die Rennstrecke entstand 1948 aus einem Militärflugplatz. In seiner heutigen Form misst der Grand-Prix-Kurs 5,891 Kilometer. Die 18 Kurven der schnellen und flachen Strecke werden von Rennfahrern mit Ehr-furcht genannt: Maggots-Becketts-Chapel etwa, die Kombination aus S-Kurven vor der Hangar-Gerade, die in den scharfen Rechtsknick Stowe mündet. Silverstone liegt in Northamptonshire, 130 Kilometer nordwestlich von London.

6 Stunden von Silverstone, Ergebnis LMP1-Qualifikation:
1. Wurz/Sarrazin/Nakajima (A/F/J), Toyota TS040 Hybrid, 1:42,774 Minuten
2. Di Grassi/Duval/Kristensen (BRA/F/DK), Audi R18 e-tron quattro, + 0,005 s
3. Dumas/Jani/Lieb (F/CH/D), Porsche 919 Hybrid, + 0,313 s
4. Fässler/Lotterer/Tréluyer (CH/D/F), Audi R18 e-tron quattro, + 0,363 s
5. Davidson/Lapierre/Buemi (GB/F/CH), Toyota TS040 Hybrid, + 0,415 s
6. Bernhard/Webber/Hartley (D/AUS/NZ), Porsche 919 Hybrid, + 0,452 s

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC
In der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) starten Sportprototypen und GT-Fahrzeuge in vier Klassen: LMP1 (z.B. Porsche 919 Hy-brid), LMP2, LMGTE-Pro (z.B. 911 RSR) und LMGTE-Am (z.B. 911 RSR und 911 GT3 RSR). Sie fahren gemeinsam in einem Rennen, werden aber getrennt gewertet.

Quelle: Porsche AG






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