Geisterfahrt auf der BAB 4

Polizei11

(Fi) Am Dienstag, gegen 18 Uhr, meldeten mehrere Fahrzeugführer, dass auf der Richtungsfahrbahn Gera – Chemnitz zwischen den Anschlussstellen Wüstenbrand und Hohenstein-Ernstthal ein Pkw Seat als Geisterfahrer unterwegs ist. Beamte der Autobahnpolizei Chemnitz, die zwei Kilometer vor der Anschlussstelle Hohenstein-Ernstthal (km 92,5) aus Richtung Glauchau, einen defekten Lkw absicherten, stoppten sofort den Fahrverkehr in Richtung Chemnitz. Zwei weitere Streifenwagen der Autobahnpolizei fahndeten nach dem Geisterfahrer. Mitarbeiter (39/22) eines Abschleppdienstes und einer Reparaturfirma, die zur Bergung des defekten Lkw unterwegs waren, meldeten, dass der Seat an der Anschlussstelle Hohenstein-Ernstthal die Autobahn verließ, dann aber gewendet hat und nun wieder als Geisterfahrer in Richtung Gera fährt. Da die Autobahn in Richtung Chemnitz bereits gesperrt war, nahmen die beiden Firmenmitarbeiter die Verfolgung des Seat auf. Auch die Autobahnpolizei war nun auf der gesperrten Richtungsfahrbahn unterwegs. Kurz vor der durch die Autobahnpolizei am km 92,5 eingerichteten Sperre stoppte der Seat. Eine Frau sprang aus dem Pkw und kletterte über die Mittelleitplanke.
Den beiden Firmenmitarbeitern, die unmittelbar darauf eintrafen, gelang es, die Frau festzuhalten, bevor sie auf die Gegenfahrbahn gelangen konnte. Mit Hilfe von Beamten der Autobahnpolizei konnte sie dann aus dem Gefahrenbereich gezogen werden, so dass 18.10 Uhr die Gefahr gebannt war. Beim Überklettern der Mittelleitplanke war die Frau gestürzt und hatte sich erheblich verletzt. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand handelte die aus Thüringen stammende
27-jährige Seat-Fahrerin in Selbsttötungsabsicht. Das Motiv ist derzeit unklar. Sie befindet sich in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus.
Die Richtungsfahrbahn Gera – Chemnitz blieb bis 19.20 Uhr zwischen den Anschlussstellen Glauchau-Ost und Hohenstein-Ernstthal voll gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet.
Den beiden beherzt reagierenden Monteuren und dem Umstand, dass die Autobahnpolizei wegen des defekten Lkw vor Ort war und sofort die Autobahn sperren konnte, ist es vermutlich zu danken, dass die Geisterfahrt nicht in einer Tragödie endete.

Quelle: PD Chemnitz



 






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