Stimmen Entscheidung zur Landesausstellung

Zwickau Rathaus

Zwickauer Oberbürgermeisterin befürwortet regionale Verankerung

„Ich freue mich sehr über und bin ausgesprochen dankbar für diese Entscheidung!“ – so kommentiert Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß den heute im sächsischen Kabinett gefassten Beschluss zur 4. Sächsischen Landesausstellung. Die der Industriekultur gewidmete Schau bietet ihrer Meinung nach sowohl Zwickau als auch der Region die große Chance, auf sich aufmerksam zu machen und zahlreiche Besucher für Südwestsachsen zu interessieren. Insofern befürwortet das Stadtoberhaupt Ideen, die Region einzubeziehen: „Ich bin zuversichtlich, dass es im Rahmen der Vorbereitungen gelingt, die Landesausstellung regional zu verankern und entsprechende Institutionen einzubeziehen.“

Findeiß ist außerdem davon überzeugt, dass die viertgrößte Stadt des Freistaates gute Voraussetzungen mitbringt. „Neben der guten Erreichbarkeit und der Nähe zu Thüringen, Bayern und Tschechien sprechen vor allem die industriellen Traditionen für Zwickau.“ Diese reichen beispielsweise vom Bergbau oder der Porzellanmanufaktur über den Maschinen- und Anlagenbau bis hin zum Automobilbau, dem heute wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt und des Freistaates. Daneben spielen in der Gegenwart aber auch die chemische und die pharmazeutische Industrie, Logistikunternehmen, industrienahe Dienstleister und der Maschinen- und Anlagenbau eine Rolle.

Besonders hervorzuheben ist der Standort, der auf Vorschlag des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ebenfalls vom Kabinett bestätigt wurde: der HORCH-Hochbau. Dieser stellt nicht nur ein frühes Zeugnis des sächsischen Fahrzeugbaus dar, sondern ist ein eindrucksvolles Beispiel für Industriearchitektur. Das denkmalgeschützte Bauwerk ist der Erweiterungsbau für die seit 1904 in Zwickau ansässige Firma A. Horch & Cie und wurde 1914 als Eisenbeton-Skelettbau durch die Zwickauer Firma Walter Rüde – Beton- und Eisenbetonbau Zwickau i. Sa. errichtet. Er verfügt über eine für diese Zeit bemerkenswerte Anzahl von vier Etagen und eine sachliche und zweckmäßige Grundriss- sowie Baukörpergestaltung. Das Bauwerk stellt eine klare kubische Stahlbetonkonstruktion dar, innen und außen kompromisslos modern, frei von traditionellen Formen und Inhalten. Er ist damit ein sehr frühes Zeugnis einer fortschrittlichen architektonisch-ästhetischen Entwicklung in dieser Zeit, die zuerst insbesondere der Industriebau nahm und die schließlich zum Neuen Bauen und zur Klassischen Moderne führte.

Für die Landesausstellung wird die Stadt Zwickau einen Erbbaupachtvertrag mit dem derzeitigen Eigentümer abschließen, um den Bau entsprechend sanieren zu können. Vorgesehen ist, dass der Zwickauer Stadtrat im März den erforderlichen Vorhabensbeschluss fasst. Derzeit rechnet die Stadtverwaltung damit, dass die Sanierungskosten bei ungefähr 15 Millionen Euro liegen, wobei von einer Förderung ausgegangen wird. Bereits jetzt steht außerdem fest, dass der HORCH-Hochbau nach der Landesschau industriell nachgenutzt wird. Damit kann mittel- und langfristig ein bedeutendes Denkmal erhalten und mit neuem Leben erfüllt werden.



Pia Findeiß dankt insbesondere dem Kabinett des Freistaates Sachsen für die Entscheidung als auch dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst für die Vorbereitung und den Vorschlag. Zugleich ist für sie der Zeitpunkt, zu dem die Landesausstellung stattfindet, ein ganz besonderer Glücksfall. Die Stadt Zwickau feiert 2018 das 900-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung.

Quelle: Stadt Zwickau

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig: „Gut ist, dass in letzter Minute offenbar doch noch einige unserer Hinweise von der Ministerin aufgegriffen wurden. Das Bekenntnis, dass die Landesausstellung Industriekultur im Jahr 2018 auch ein dezentrales regionales Netzwerk stärken und Ideen anderer Orte einbeziehen will, ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Das braucht es auch, um die Stärke und das Potenzial der Industrieregion wirklich authentisch abzubilden. Genau wie die Stadt Chemnitz als eine der wesentlichen Industriestädte Europas. Was das nun verkündete Jahr der Industriekultur wirklich bedeutet, werden wir sehen. Davon haben wir als Regionalkonvent  noch nichts gehört. Aber ich gehe davon aus, dass dieser hohe Anspruch für den Freistaat mehr sein wird als nur ein Placebo, um die anderen Bewerberstädte einzubinden.“

 Quelle Stadt Chemnitz

 






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