Ab Januar Einsicht in die eigenen Steuerdaten

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„Vorausgefüllte Steuererklärungen“ etwa via ELSTER-Portal werden einfacher

Das kommende Jahr 2014 bringt allen Steuerpflichtigen eine weitere Erleichterung. Laut eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums vom Oktober wird die Finanzverwaltung allen Bürgern zu Beginn des neuen Jahres die Einsicht in ihre Steuerdaten ermöglichen. Auf diesem Weg soll das Verfassen von Steuererklärungen erleichtert werden. Unter der Bezeichnung „vorausgefüllte Steuererklärung“ (VaSt) werden dann insbesondere diejenigen Daten zugänglich, die von Dritten an die Finanzverwaltung übermittelt worden sind. Nach Wunsch können die Daten dann auch gleich direkt in Steuerprogramme, wie beispielsweise dem „ElsterFormular“ der Finanzverwaltung, übernommen werden.

„Zu den abrufbaren Informationen zählen unter anderem Lohnsteuerdaten, die der Arbeitgeber an das Finanzamt übermittelt, oder die Bescheinigungen über den Bezug von Rentenleistungen. Darüber hinaus sind die Beitragssummen für die Kranken- und Pflegeversicherung abrufbar sowie die Beiträge zu Vorsorgeversicherungen, die nach Riester- oder Rürup-Modell steuerlich gefördert werden“, erklärt Dr. Andreas Zönnchen, Präsident des Steuerberaterverbandes Sachsen. „Allen Steuerbürgern und natürlich auch den von ihnen bevollmächtigten Personen, wie etwa Steuerberatern, steht dieser Datenabruf im neuen Jahr zur Verfügung.“ Voraussetzung dafür ist lediglich eine vorherige Anmeldung und Authentifizierung im ElsterOnlinePortal. Nach der Zusendung einer PIN können anschließend sämtliche Informationen in alle Programme übernommen werden, die zur Erstellung der Steuererklärung genutzt werden. Dazu gehören nicht nur die von der Finanzverwaltung angebotenen Programme wie das „ElsterFormular“, sondern auch diverse kommerzielle Steuerprogramme für die Privatnutzung oder die von Steuerberatern verwendete professionelle Software.



Auch wenn die Steuerdaten elektronisch übernommen werden, muss jeder Steuerpflichtige beziehungsweise sein Steuerberater die Steuererklärung stets auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen. Auch müssen Daten, die der Finanzverwaltung nicht vorliegen, darunter Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen, weiterhin vom Steuerpflichtigen selbst ergänzt werden. „Das Verfahren führt zwar insgesamt zu mehr Transparenz und fördert die Zusammenarbeit zwischen Bürgern und der Finanzverwaltung. Auf der anderen Seite muss man das Ganze aber auch kritisch betrachten“, so Zönnchen, „denn die unterschriftsreife ,vorausgefüllte Steuererklärung’ enthält zwar alle Daten zur Steuerbelastung, sie lässt jedoch oft auch wesentliche Ausgaben unberücksichtigt, die eine Steuerbelastung reduzieren würden. Steuerzahler sollten daher auch in Zukunft ihre Steuererklärung ergänzen und sie stets noch einmal sorgfältig überprüfen, bevor sie sie unterschreiben.“

Quelle:  www.stbverband-sachsen.de






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