PD Chemnitz – Vom Suchen und Irren – Die etwas andere Medieninformation zum Jahresende

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(He) Auch das zu Ende gehende Jahr 2013 brachte für die Polizeibeamtinnen und -beamten der Polizeidirektion Chemnitz neben dem alltäglichen Geschehen zwischen Verkehrsunfallaufnahme, Einbrüchen, Diebstählen und der Suche nach Vermissten viele kleine Begebenheiten am Rande. Manches war zum Schmunzeln, einiges machte aber auch nachdenklich. Eines war jedoch allen Einsätzen gemein – tagtäglich waren die Polizisten der Polizeidirektion unterwegs, um für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger da zu sein.

Nachfolgend eine kleine Auswahl solcher Einsätze im Jahr 2013, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden. Zur Mehrzahl der handelnden Personen liegen keine Geburtsdaten vor, weil sie bei derart „polizeilich nicht relevanten“ Ereignissen nicht erhoben werden.

Gesucht und gefunden

Mehrfach wurde die Polizei gerufen, weil Autobesitzer ihren fahrbaren Untersatz nicht mehr am Abstellort fanden und von einem Diebstahl ausgingen. Das führt regelmäßig zu sogenannten „Sofortfahndungen“, bei denen nach den Autos sofort per Funk gefahndet wird. Trotzdem prüfen die Beamten dann vor Ort gemeinsam mit den Besitzern die Umstände des Verschwindens. So stellte sich am Montag, dem 29. Juli 2013 heraus, dass ein vermeintlich von einem Firmengelände am Obermarkt in Waldheim gestohlener Renault Trafic nicht gestohlen war. Der Besitzer hatte nur vergessen, dass er das Auto am Freitag zuvor bei einem Autohaus abgestellt hatte.

Den Abstellort seines Autos vergaß auch ein VW Golf-Besitzer im Sehmataler Ortsteil Sehma. Er meinte, das Auto auf der Karlsbader Straße auf dem Parkplatz einer Arztpraxis abgestellt zu haben. Tatsächlich stand das Auto bei der Sparkasse. Beide „Diebstähle“ konnten so schnell geklärt werden.

Unkomplizierte Hilfe

Immer wieder bedanken sich Bürger für die kompetente und unbürokratische Hilfe von Polizisten in Notsituationen.

In solch eine Situation war ein Ehepaar (sie 90 Jahre und er 92 Jahre alt) am 8. Mai 2013 in Hainichen gekommen. Beide trafen nach einer Kroatien-Reise und anstrengender Rückfahrt gegen 2.30 Uhr mit dem Reisebus auf dem Bahnhofsplatz in Hainichen ein. Sie wohnen jedoch in einem wenige Kilometer entfernten Ortsteil. Zu weit für den Busfahrer, denn im Vertrag stand Bahnhofsplatz. Ein Taxi bekamen sie auch nicht. So riefen die Senioren die Polizei. Ein Streifenwagen brachte die beiden schließlich mit ihrem Gepäck nach Hause und die Reise zu einem glücklichen Ende.

Am 9. Dezember 2013 bat ebenfalls ein Ehepaar die Polizei um Hilfe. Die Frau hatte sich mit ihrem Pkw auf dem Weg zum Stollberger Tierheim im Wald ver- und an einem quer stehenden Baum festgefahren. Zu Fuß fand sie glücklicherweise den Weg nach Hause. Die anschließende zweieinhalbstündige Suche mit ihrem Mann nach dem Auto blieb jedoch erfolglos. Mittags riefen sie die Polizei um Hilfe. Die Beamten „bewaffneten“ sich mit Kartenmaterial und baten den Revierförster um Unterstützung. Nach einer halben Stunde hatte man mit vereinten Kräften das Auto im Wald gefunden. Der Revierförster half mit seinem Jeep bei der Bergung. Er zog trotz aller Umstände den Hut vor der Frau, mit dem Auto bis dahin gekommen zu sein.

Gesucht haben Polizisten am Abend des 16. September 2013 im Wald bei Geyer eine 68-jährige Frau, die sich offensichtlich verlaufen hatte. Die Seniorin rief selbst die Polizei, weil sie den Kontakt zu ihrem Mann verloren hatte, der anfangs mit ihr unterwegs war. Sie konnte ihn per Handy nicht erreichen. Vier Beamte nahmen die Suche nach der Frau bei einbrechender Dämmerung auf, ein Fährtenhund war angefordert worden. Im ständigen telefonischen Kontakt mit der Frau konnten die Helfer sie schließlich kurz vor Einbruch der Dunkelheit finden. Der Einsatzbericht sagte lapidar: „Unter erschöpfender Ausnutzung der vorhandenen polizeilichen Einsatzmittel konnte die Vermisste im Wald wohlbehalten aufgefunden werden.“

Später stellte sich heraus, dass dem Ehemann schlecht geworden und er zum Auto zurückgelaufen war.

Im April warf eine Seniorin aus Annaberg-Buchholz alte Bekleidung in einen Kleidercontainer in der Großen Kirchgasse. Doch nicht nur das, sondern auch ihre Handtasche samt Schlüsseln und Papieren landete im Container. Nach dem Hilferuf bei der Polizei informierten die Beamten den Eigentümer des Containers. Der sorgte dafür, dass die Frau die Tasche zurück erhielt.

Irren ist menschlich

Viele aufmerksame Bürger melden sich bei der Polizei, weil sie Beobachtungen machen, die auf eine Straftat schließen lassen. Glücklicherweise war dem jedoch nicht immer so.

Während des Hochwassers im Juni informierte ein Bürger das Führungs-und Lagezentrum in Chemnitz, dass in Gelenau im Erich-Weinert-Weg zwei Kinder in ein Auto gestiegen seien und etwas nicht stimme. Eines der Kinder sei sehr verstört gewesen. Aufgrund der konkreten Hinweise zum Auto mit einer markanten Werbeaufschrift hatten die Beamten den Fahrer schnell ausfindig gemacht. Er konnte das Geschehen aufklären. Die zwei Kinder gehörten zu einer befreundeten Familie aus Grimma. Die waren Opfer des Hochwassers geworden und hatten ihre Kinder kurzzeitig in Obhut gegeben.

Ein Mitarbeiter einer Chemnitzer Reinigungsfirma rief im Januar 2013 die Polizei, weil er in der Heinrich-Lorenz-Straße in Chemnitz an einem Baum einen roten Beutel mit unbekanntem Inhalt entdeckt hatte. Er traute sich nicht nachzuschauen. Die Beamten fanden Lebensmittel und ein Sechser-Pack Bier.

Geirrt hat sich auch eine Bürgerin aus Leisnig, die an einem Nachmittag im Juni 2013 die Polizei rief. Sie hatte Knallgeräusche aus dem Johannistal in Leisnig gehört. Die Frau tippte auf Jugendliche, die den Lärm verursachten und forderte die Polizei an, um dem Treiben schnellstens ein Ende zu machen. Die konnte jedoch nicht viel tun. Es handelte sich um Arbeiter auf einer Baustelle, wo eine Ramme zum Einsatz kam. Die Anruferin wurde darüber informiert.



Ende August rief ein besorgter Vater die Polizei, weil sein erwachsener Sohn (32) verschwunden sei. Der junge Mann hatte am Vortag in Schwarzenberg am Auto gebastelt und wollte noch eine Probefahrt machen. Von der sei er nicht zurückgekehrt. Auch die Freundin des Mannes hatte die ganze Nacht gesucht. Kurz nach dem Hilferuf kam die „Entwarnung“. Der Sohn war während der nächtlichen Probefahrt müde geworden und hatte unterwegs im Auto geschlafen.

Im März rief ein Bürger die Polizei, weil er von seiner Wohnung aus in der Gustav-Adolf-Zeidler-Straße in Zwönitz einen menschlichen Körper hängen sah. Die Polizisten konnten den Fall schnell klären. Es war ein optische Täuschung, welcher der Hinweisgeber erlegen war. Er hatte ein Elsternest im Baum vor dem Haus falsch gedeutet.

Zwei schwarz gekleidete Gestalten sah an einem Abend im Februar ein Bewohner der Sandstraße in Oelsnitz/Erzgb. in die Räume einer Firma leuchten. Die Sache klärte sich schnell auf. Es waren zwei Sicherheitswächter bei der Arbeit.

Eine aufmerksame Nachbarin beobachtete im März durch den Spion ihrer Wohnung in der Clara-Zetkin-Straße in Lugau, dass sich ein Mann an der gegenüberliegenden Wohnungstür zu schaffen macht. Die alarmierten Beamten fanden den Mann im Keller – es war der Wohnungsmieter. Er hatte seinen Schlüssel verloren und versucht, irgendwie in die Wohnung zu kommen.

Einen Mitsubishi, aus dem es laut tickt, meldete am 30. Mai 2013 eine Chemnitzerin von der Straße An der Markthalle in Chemnitz. Das Auto stand dort vor einem Geschäft. Auch die Polizisten vernahmen das „Ticken“. Jedoch kam es nicht aus dem Auto, sondern von oben. Eine defekte Dachrinne schickte „Regentropfen, die auf das Auto klopften …“.

Tierisches

Fast täglich fahren die Beamten der Polizeidirektion „tierische“ Einsätze.

Eine kleine Auswahl:

Anfang Dezember wollten zwei Kühe vormittags partout nicht die Ortsverbindungsstraße zwischen Elterlein und dem Ortsteil Hermannsdorf verlassen. Die Beamten schrieben später im Einsatzbericht, dass die Tiere sich „angeregt miteinander unterhielten“. Ein Funkstreifenwagen sicherte die „Schwatzenden“ bis zum Eintreffen der zuständigen Landwirte.

Den „Angriff“ zweier Waschbären auf dem Chemnitzer Kaßberg wehrte Anfang August ein Westhighland-White-Terrier („Westie“) ab. Der Besitzer des Hundes hatte die Polizei gerufen, weil der Hund die Waschbären, vermutlich Mutter und Kind, auf der Terrasse überrascht hatte. Die Waschbären jagten den Hund ins Haus und versuchten dann durch die schnell geschlossene Tür zu springen. Als das nicht gelang, nahmen die beiden Tiere Reißaus.

Einen Nandu mussten Beamte in der Eubaer Straße in Niederwiesa sichern. Das Tier ließ sich nicht einfangen, aber mit einem Bauzaun einkreisen. Der Eigentümer nahm sein Tier dann in Empfang.

Eine Büffelkuh und ihr Kalb waren im November auf der Talstraße zwischen Göritzhain und Stein unterwegs. Die Beamten unterstützen das erfolgreiche Einfangen durch den Eigentümer.

Mehrere Esel beschäftigten Beamte des Polizeireviers Aue am 8. November 2013. Die Tiere waren in der Nacht, kurz nach 2 Uhr, von ihrer Koppel im Schwarzenberger Ortsteil Pöhla ausgerissen und liefen auf der Fahrbahn der Verbindungsstraße nach Globenstein. Die Beamten konnten die Esel einfangen und sichern, bis der Besitzer der Tiere eintraf.

Auf der Zeißstraße in Chemnitz fand am 8. August ein Chemnitzer eine etwa 60 cm lange Schlange, packte sie in eine Plastetüte und brachte sie zum Polizeirevier. Es handelte sich um eine ungiftige Kornnatter. Das Tier konnte den Beamten leider nicht „sagen“, wo es ausgebüxt war oder ob es ausgesetzt wurde. Mitarbeiter des Veterinäramtes kümmerten sich um die Schlange.

 Quelle: PD Chemnitz

 






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