120-Städte-Studie Wohnungseinbruch: Jede 178. bewohnte Wohnung ausgeraubt

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Über 450 Mio. Euro Schaden – Organisierte Kriminalität  überzieht das Land

Über 144.000 Delikte / 9,3% mehr Einbrüche als 2011 / Jede vierte Minute ein Einbruch / 45% der Delikte zwischen November und Februar / Bis zu 75% ausländische Tatverdächtige / Polizei machtlos: 84% der Delikte werden nicht aufgeklärt

In Deutschland werden immer mehr Wohnungen aufgebrochen. Dieser Trend setzte sich auch im Jahr 2012 dramatisch fort. Besonders in den Wintermonaten schlagen die Kriminellen zu. Fast 45% aller Wohnungseinbruchdiebstähle ereignen sich zwischen November und Februar.

Das erschreckende Ergebnis der Studie: In Deutschland wird jede 178. bewohnte Wohnung oder Haus* von den Kriminellen aufgebrochen und ausgeräumt – zumindest in den 120 größten Städten, so Hochrechnungen des Produkt- und Versicherungsvergleichsportals www.Preisvergleich.de (2,80 Mio. Nutzer im Monat**). Das heißt auch, dass in diesen Städten, in jeder achten Straße ein Einbruch stattfindet.

Allein im Jahr 2012 waren es in Deutschland 144.117 Wohnungen und Häuser. Das sind fast 10% mehr Delikte als im Jahr 2011.Besonders beliebt bei den Kriminellen sind die Großstädte. Über 53% (76.361) der in Deutschland zur Anzeige gebrachten Einbrüche wurden in den 120 größten Städten verübt.

Oft kommen die Täter – meist organisierte Kriminalität – aus dem Osten Europas, etwa aus Ländern wie Polen, Bulgarien oder Rumänien, erfuhr Preisvergleich.de aus Polizeikreisen. Organisierte Mafia-Banden, welche raubritterartig durch die deutschen Städte ziehen, haben den Einzeltätern schon lange den Rang abgelaufen. Selbst verschlossene Fenster oder Balkontüren stellen für die Banden keine Hindernisse mehr dar. Nach Studienrecherchen dringen über 60% der Kriminellen über diese Zugänge in Häuser und Wohnungen ein.

Nach Hochrechnungen ergibt sich aus diesen Raubzügen ein Schaden von über 450 Mio. Euro. Nicht messbar sind die psychischen Schäden und die traumatischen Nachwirkungen bei den Einbruchs-Opfern.

Fest steht: Das eigene Heim ist so unsicher, wie schon seit Jahren nicht mehr. Denn die so genannten Wohnungseinbruchsdiebstähle haben den höchsten Stand der vergangenen 10 Jahre erreicht. Das Ausplündern von Haus oder Wohnung verbreitet sich dramatisch. Statistisch betrachtet findet in Deutschland sage und schreibe jede vierte Minute ein Wohnungseinbruch statt. Besonders beliebt bei den Kriminellen sind die Großstädte.

Besonders auffallend ist die immense Ballung der Diebstahlhochburgen in Nordrhein-Westfalen. Von 30 untersuchten Städten zwischen Rhein und Ruhr finden sich 27 im Bereich Diebstahlhochburgen wieder. Die Polizei scheint machtlos. In deutschen Metropolen wie etwa Köln, Stuttgart, Berlin oder Hamburg liegen die Aufklärungsquoten nur zwischen 5,9% und 7,9%. Weitere Informationen in Tabelle 1 und der Karte

Unsichere Städte – Einbruchshochburgen vor allem in Nordrhein-Westfalen

Erschreckende Wirklichkeit: Bereits über ein Drittel (40%) aller untersuchten 120 deutschen Städte sind Einbruchshochburgen. Darunter finden sich Metropolen wie Düsseldorf, Köln, Hamburg, Frankfurt/ Main, Berlin oder Leipzig aber auch viele Städte in der Rhein-Schiene.

Gemessen an der Anzahl der bewohnten Wohnungen und der bei der Polizei gemeldeten Wohnungseinbrüche, ist Recklinghausen die Einbruchhochburg in Deutschland. In der Stadt im nördlichen Ruhrgebiet war im Jahr 2012 statistisch betrachtet jede 88. bewohnte Wohnung von einem Einbruch betroffen (absolut 596 Einbrüche). Platz zwei bei den Einbruchshochburgen belegt Bonn. In der ehemaligen Bundeshauptstadt wurde jede 89. Wohnung von Einbrechern heimgesucht (absolut 1.591 Einbrüche)

Hochburg Nummer drei: Düsseldorf. Die Metropole am Rhein verzeichnete insgesamt 3.205 Wohnungseinbrüche. Bei rund 293.000 bewohnten Wohnungen ermittelte Preisvergleich.de, dass jede 92. Wohnung im Jahr 2012 „Opfer“ von Einbrechern war.

Für alle drei Städte heißt dies auch, dass in jeder Straße – statistisch betrachtet – ein Wohnungseinbruch verübt wird.

Einbruchs-Eldorados sind auch Bremen und Bremerhaven. Jede 93. Wohnung ist in Bremen (absolut 2.933 Einbrüche) und jede 95. in Bremerhaven (absolut 635) betroffen.

Auffällig ist die Ballung der Einbrüche entlang der sogenannten Rhein-Schiene. Neben Bonn und Düsseldorf zählen auch Köln (jede 95. Wohnung ausgeraubt, absolut 5.012 Einbrüche), Leverkusen (jede 96. Wohnung, absolut 743), Mülheim/ Ruhr (jede 104. Whg., absolut 728), Neuss (jede 114. Whg., absolut 549), Mönchengladbach (jede 116. Whg., 971), Oberhausen (jede 117. Whg., 831), Krefeld (jede 129. Whg., 835) oder Aachen (jede 137. Whg., 961) zu den Einbruchshochburgen, die von den Diebesbanden planmäßig heimgesucht werden. Hinzu kommt noch ein beträchtliches Einbruchaufkommen entlang der Ruhrgebietsautobahn A40, etwa in Dortmund (jede 112. Whg., 2.490), Bochum (jede 117. Whg., 1.491) und Essen (jede 121. Whg., 2.349).

Weitere Städte in denen die Einwohner ihre Wohnungen und Häuser noch mehr als üblich sichern sollten sind: Bottrop (jede 95. Wohnung betroffen, absolut 530 Einbrüche), Heide (jede 113. Wohnung betroffen, absolut 113), Offenbach (jede 117. Wohnung, 454) Hamburg (jede 118. Whg., 7.094), Gelsenkirchen (jede 123. Whg., 1.011), Neumünster (jede 136. Whg., 294), Flensburg (jede 138. Whg., 332), Berlin (jede 141. Whg., 12.291), Münster (145., 873), Frankfurt am Main (163., 2.051), Hannover (184.,1.481), Lübeck (186., 570), Leipzig (192., 1.373), Mainz (193., 488) und Wiesbaden (204., 637).

Betrachtet man nur die absoluten Einbruchswerte, so führen Berlin (12.291, +1.285 gegenüber 2011), Hamburg (7.094, +612) und Köln (5012, -72) das Ranking an. Während diese Millionenstädte mit Tausenden von Einbrüchen kämpfen müssen, verzeichnet München lediglich 979 Delikte für das Jahr 2012 (+108). Damit liegt die bayrische Landeshauptstadt auf Platz 96 im Einbruch-/ bewohnte Wohnung-Ranking. Weitere Informationen in Tabelle 1

Sichere Städte – wenige Einbrüche

Menschen, die ruhig schlafen möchten und sich nach dem Verlassen der Wohnung oder des Hauses nicht permanent Gedanken um den Zustand der eigenen vier Wände machen wollen, sollten nach Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen ziehen. Von den 52 sichersten Städten liegen 38 in diesen drei Bundesländern. Besonders sicher wohnt es sich im ländlichen Franken und im Alpenvorland. In Coburg ereigneten sich 2012 nur 10 Einbrüche. Statistisch betrachtet ist nur jede 2.094. Wohnung in der fränkischen Stadt betroffen oder anders ausgedrückt: In nur jeder 50. Coburger Straße „geht ein Einbruch über die Bühne“. Gar nur acht Delikte sind in Garmisch-Partenkirchen aktenkundig. Das entspricht einer Einbruchsquote von jeder 1.848. Wohnung.

Ähnlich auch 50 Kilometer weiter südlich von Coburg in Bamberg. 23 Delikte finden sich in den Statistiken. Das entspricht jeder 1.555. Wohnung. Ähnlich sicher sind auch das oberfränkische Hof (jede 1.535. Whg., 15) und Suhl (jede 1.469. Whg., 13), die erste von drei Thüringer Städten unter den Top 20 der sichersten Städte. Positiv fallen auch Kempten (jede 1.288. Whg., 25), Bayreuth (jede 1.238. Whg., 30). Aschaffenburg (jede 1.100., 32), Aalen (1.017., 31) ), Erlangen (897., 61), Gera (881., 58) Weiden i.d.Opf. (881., 58), Amberg (881., 25), Rosenheim (877., 35), Tübingen (874., 48), Würzburg (867., 74), Konstanz (824., 48), Augsburg (812., 161), Straubing (777., 29) und Jena (774., 65). Weitere Informationen in Tabelle 1

Anstieg der Wohnungseinbrüche / kaum Rückgänge



Erschreckend ist der deutliche Anstieg der Delikte um 11.522 Einbrüche von 2011 zu 2012. Fast 53% der Einbrüche ereigneten sich in den 120 untersuchten Städten. Besonders auffällig ist, dass dort wo schon viele Einbrüche geschehen, es noch mehr geworden sind. So kann sich Berlin rühmen, im Jahr 2012 1.285 „Brüche“ mehr verzeichnet zu haben als 2011. Auffällig: lm Jahr 2011 waren es sogar 2.293 Delikte mehr als 2010. Das sind pro Tag

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vier aufgebrochene, ausgeraubte und oftmals auch stark in Mitleidenschaft gezogene Wohnungen oder Häuser mehr. Ebenfalls mehr Einbrüche – im dreistelligen Bereich – verzeichnen Hamburg (+612), Essen (+483), Hannover (+445), Münster (+390), Bochum (+350) oder Gelsenkirchen (+244).

Von Kriminellen ebenso bevorzugte Gebiete sind Braunschweig (+189), Bonn (+187), Mülheim/ Ruhr (+180), Leverkusen (+167), Bottrop (+164), Bremen (+161), Dresden (+161) oder Dortmund (+148).

Ungewöhnlich ist der starke Rückgang von Delikten in Frankfurt/ Main. Die Einbruchshochburg verzeichnete von 2011 zu 2012 einen Rückgang an Straftaten von 335 Delikten. lm Jahr zuvor waren es noch 281 mehr. „Kleinere Brötchen“ – aber dennoch positiv – backt man in Kassel mit 234 Delikten weniger. In Mannheim sind es immerhin 224 weniger als im Vorjahr und in Kiel 217. Nur 42 von untersuchten 120 Städten konnten einen Rückgang an Straftaten verzeichnen, bei 75 kam es zu einem Anstieg.

 

Balkanisierung Deutschlands: Immer mehr „nichtdeutsche Tatverdächtige“: Frankfurt am Main über 60%, in Darmstadt sogar mehr als 78%

Fakt ist: Fast 30% der in Deutschland verübten Wohnungseinbruchdiebstähle gehen auf das Konto von sogenannten „nichtdeutschen Tatverdächtigen“. Waren es im Jahr 2010 noch 23,1% und 2011 24,3%, sind es sind es 12 Monate später bereits 28,8% – in einigen Städten sogar bis zu 75%: Hauptgrund ist die sogenannte „Balkanisierung“ Deutschlands. Also die Folgen der EU-Erweiterung nach Ost- und Südosteuropa und der Abbau der Grenzkontrollen. Fragt man die Polizei, so nennen die Ermittlungsbehörden immer die gleichen Gruppen: Bulgaren, Rumänen aber auch Sinti- und Roma-Clans.

Abhilfe scheint nicht in Sicht. So sprechen folgende Zahlen Bände. Die Polizei Oberfranken ermittelte für das Jahr 2012 im sonst sicheren Hof horrende 75% „ausländische Tatverdächtige“. Ein Jahr zuvor waren es nur 7,1%. Ähnlich katastrophal sind die Daten auch in Pforzheim (66,7%), Offenbach (65,5%), Baden-Baden oder Aschaffenburg (beide 63,6%). Doch dies ist nur die Spitze des Eisberges. Denn auch auf Länderebene gibt es ähnliche Werte. So führen die Länder Hamburg, Berlin und Hessen das Ranking an. An der Elbmündung sind über 51% der ermittelten Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft, in der Bundeshauptstadt fast 44% und im Flächenland Hessen immerhin noch 43%. Weitere Informationen in Tabelle 1 und 2

Aufklärungsquoten und Aufklärungsarbeit

Es ist kein Ruhmesblatt für die Ermittlungsbehörden, wenn man sich die Aufklärungsquoten anschaut. Denn fast 85% aller Wohnungseinbrüche bleiben bundesweit unaufgeklärt. Und vor dem Hintergrund, dass bei über 144.000 Wohnungseinbrüchen die organisierte Kriminalität die Feder führt, sind solche Quoten erschreckend.

Auffällig: Die Aufklärungsquoten sind gegenüber 2011 noch schlechter geworden. Während die Quote damals noch bei 20,3% lag, ist sie 12 Monate später bei 15,7% angekommen. Positiver Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 33,1%. Es folgen die ostdeutschen Flächenländer Thüringen (30,4%), Sachsen-Anhalt (29,5%) und Sachsen (26,1%). Einen massiven Rückgang der Aufklärungsquote verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern: 21,9%. Ganz schlecht stehen – mal wieder – die Ermittlungsbehörden von Berlin und Hamburg da. Die Werte sind noch deprimierender als 2011: 6,5% in Berlin (2011: 8,1%) und 7,9% Hamburg (2011: 8,3%).

Auch im Städtevergleich arbeitet man im Osten besser. So konnte die Polizei Suhl 53,8% der 13 Wohnungseinbrüche aufklären. Ähnlich gut sieht es in Neubrandenburg aus, wo 45,7% von 81 Einbrüchen aufgeklärt wurden. Einen guten Job macht auch die Polizei in der mecklenburgischen Landeshauptstadt Schwerin. Hier konnte bei 44,2% der 147 Wohnungs-Raub-Delikte der Aktendeckel für immer geschlossen werden. Leidlich gute Aufklärungsarbeit gibt es aber auch im Westen: Bayreuth (43,3%) oder Kempten (40%) Weitere Informationen in Tabelle 1 und 2

Dort, wo man eigentlich eine vermehrte Polizeiarbeit erwarten könnte – in den Städten mit hohem Einbruchsaufkommen -, sieht es mit guten Ergebnissen richtig schlecht aus. So kann die Einbruchshochburg Bottrop mit einer Aufklärungsquote von 4,3% aufwarten. Kleine Quoten scheinen aber typisch für die Polizei in den Hochburgen in NRW zu sein. Denn auch die Beamten in Köln (5,9%), Moers (5,9%), Essen (8,6%), Leverkusen (8,7%) oder Remscheid (8,9%) bekleckern sich nicht mit Ruhm. Durch die offenen Grenzen verschwinden die Tatverdächtigen oftmals innerhalb kürzester Zeit, so die Polizei. Zudem hinterlassen die gut organisierten Banden kaum verwertbare Spuren. Weitere Informationen in Tabelle 1 und 2

*Basis: Statistisches Bundesamt (destatis), Sonderauswertung Wohnungsbestand, Hochrechnungen Preisvergleich.de und Angaben der Polizeidienststellen. Anzahl der Straßen basiert auf Auswertung von LOGIBALL GmbH, TomTom International B. V. Grundlage ist die Anzahl der Straßennamen im Stadtgebiet. Verläuft eine Straße gleichen Namens über mehrere Gemeinde- bzw. Stadtgebiete, so wird deren Name mehrfach gezählt. Anzahl der bewohnten Wohnungen: Sonderauswertung auf Basis Mikrozensus 2010 von destatis im Auftrag von Preisvergleich.de. Bei Aachen, Aalen, Amberg, Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Bergisch Gladbach, Celle, Chemnitz, Coburg, Dresden, Erlangen, Esslingen, Fulda, Fürth, Garmisch Partenkirchen, Gießen, Görlitz, Göttingen, Hanau, Heide, Hildesheim, Hof, Ingolstadt, Kempten, Konstanz, Leipzig, Ludwigsburg, Lüneburg, Minden, Moers, Mülheim/ Ruhr, Neumünster, Neunkirchen, Neuss, Passau, Recklinghausen, Regensburg, Reutlingen, Siegen, Straubing, Tübingen, Würzburg und Zwickau Schätzungen von Preisvergleich.de auf Basis der Anzahl der Haushalte und Anzahl der Haushaltsmitglieder. Rosenheim und Weiden: Wohnungen gesamt.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Tipps zur Einbruchsprävention von der Polizei

  1. Schützen Sie Türen und Fenster mit zusätzlichen Sicherungen. Balkontüren und Fenster sollten auch geschlossen werden, wenn man nur kurz das Haus verlässt.
  2. Lampen mit Zeitschaltuhren täuschen Ihre Anwesenheit vor und schrecken Einbrecher ab.
  3. Briefkasten während des Urlaubs von Nachbarn leeren lassen.
  4. Einbruchschutz bietet soziale Kontrolle in der Nachbarschaft. Melden Sie verdächtige Personen, Fahrzeuge und Beobachtungen der Polizei.
  5. Wertsachen nicht offen herumliegen lassen. Wichtige Dokumente und Schmuck in einem Schließfach bei Ihrer Bank deponieren oder im Tresor aufbewahren.
  6. Eine Hausratversichrung ist ein Muss. Sie kommt für Schäden nach Einbrüchen auf, z.B. www.preisvergleich.de/versicherungen/hausratversicherung

Quelle: PREISVERGLEICH.de

 

 

 






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