Bergmannsadvent in Annaberg-Buchholz am 8. Dezember 2013 Neue Figur für berühmtes Holzkunstwerk „Bergmännische Krippe“

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Mit einer stimmungsvollen Zeremonie wird am 8. Dezember 2013 in der Annenkirche in Annaberg-Buchholz eine weitere Figur zum schon berühmten Holzkunstwerk „Bergmännische Krippe“ hinzu gefügt. Es handelt sich um die Darstellung eines Bauern. Gefertigt wurde sie von Holzbildhauer Ronny Tschierske. Um die passende Farbgebung kümmerte sich in bewährter Weise Herr Günter Kreher aus Wiesa.

Um 16.00 Uhr beginnt in der Annenkirche dazu eine feierliche Andacht.

Danach wird die neue Figur mit einer Prozession in die einzige bergmännische Sonderkirche Sachsen, die Bergkirche St. Marien am Annaberger Weihnachtsmarkt überführt. Dort erhält sie ihren endgültigen Platz.

Gesponsert wird die Figur von Familie Zellmer aus Böblingen bei Stuttgart.

Renate Zellmer, geborene Gautel, ist eine gebürtige Annaberg-Buchholzerin.

Ihr Mann Karl-Heinz Zellmer stand für den Bauern Modell. Mit der neuen Figur nähert sich die Bergmännische Krippe ihrem vorläufigen Abschluss. Es fehlen noch Ratsherr, Schuhmacher, Fleischer und Waldarbeiter. Wenn alle Pläne aufgehen, könnte das Kunstwerk im kommenden Jahr zum Abschluss kommen, zumal schon manche Vorarbeit getan ist und Sponsoren bereits ihr Interesse bekundet haben. Auch ist in Gesprächen bereits der Gedanke geäußert worden, dass Mitglieder des Stadtrates die Herstellung des Ratsherren unterstützen wollen. Auch Ideen zur Fortführung des Projektes gibt es bereits. Holzbildhauer, Vertreter der Stadt und der evangelisch-lutherischen  Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz sind dazu im Gespräch und wollen sich dazu im Frühjahr verständigen.

Hintergrund zur Bergmännischen Krippe in Annaberg-Buchholz

Seit dem Jahr 2000 entsteht unter den geschickten Händen renommierter erzgebirgischer Holzbildhauer die „Bergmännische Krippe“. Das Kunstprojekt wird in Regie der Stadt Annaberg-Buchholz, der Ev.-luth. Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz sowie regionaler Sponsoren in die Tat umgesetzt. Es besteht aus meisterhaft gestalteten, etwa 1,20 m großen Holzfiguren. Das biblische Weihnachtsgeschehen wird dabei in eine Bergbaulandschaft des 19.

Jahrhunderts verlegt. In beispielhafter Weise macht die Bergmännische Krippe die enge Verbindung von Bergbau-, Glaubens- und Stadtgeschichte deutlich. Die meisterhafte handwerkliche Gestaltung der Figuren weist auf die Schnitzer- und Holzbildhauertraditionen hin, die es im Erzgebirge seit Jahrhunderten gibt. Nach der endgültigen Fertigstellung werden Gäste und Einwohner der Stadt die Gelegenheit haben, in der einzigen bergmännischen Sonderkirche Sachsens, der Bergkirche „St. Marien“ am Annaberger Markt über 30 geschnitzte Großfiguren in Augenschein zu nehmen, die eine „Annaberger Weihnachtsgeschichte“ darstellen. Derzeit sind 29 davon fertiggestellt.

Geschichte von Stadt, Bergbau und christlichem Glauben

Die vielfältigen Bezüge, die es in den Bergstädten des Erzgebirges zum christlichen Glauben gab und noch gibt, werden mit der Bergmännischen Krippe symbolhaft gezeigt. Zentrales Thema ist die Geburt des Jesuskindes in der Krippe. Diese Nachricht breitet sich wie ein Lauffeuer in der Stadt aus. Joseph stellt einen Bergzimmermann dar, Maria eine stillende Mutter.

Der Bildhauer macht damit einerseits das zutiefst menschliche Geschehen in der Krippe, andererseits die einzigartige Inkarnation des Gottessohnes deutlich.

Die drei Weisen sind drei Obersteiger aus den Bergrevieren Freiberg, Schneeberg und Annaberg. Eine Reverenz an die harte Arbeit der Bergleute gibt es mit zwei Berginvaliden.

Eine Bäckerfamilie, die mit Gaben zur Krippe geht und eine Gruppe, die aus Bauer, Fleischer und Schuster besteht, symbolisiert die Aufnahme der Weihnachtsbotschaft durch die Vertreter des Handwerkes und der Stände.

Durch zwei Nachtwächter – wichtige Personen im Mittelalter – erfahren Ratsherr und Marktfrau etwas vom Geschehen in der Krippe. Gelehrter und Pfarrer symbolisieren die Vertreter der Geisteswissenschaften und der Geistlichkeit. Auch erzgebirgstypische Berufe wie Klöpplerin und Waldmann fehlen nicht.

Wirt, Hausierer, Schutzmann und Bettlerin reflektieren einen Teil des einstigen städtischen Lebens. Ein schönes Symbol sind zwei Kinder, die ihr liebstes Spielzeug zum Christuskind bringen. Allen Figuren ist gemeinsam, dass sie die frohe Botschaft von Weihnachten erfahren oder selbst weitergeben.



Die Holzbildhauer Dietmar Lang, Ronny Tschierske, (beide Annaberg-Buchholz),  Jesko Lange (Zschorlau), Robby Schubert (Lößnitz) und Friedhelm Schelter (Königswalde), allesamt Mitglieder der bekannten erzgebirgischen Künstlergruppe ExponaRt, setzen das ehrgeizige Vorhaben künstlerisch in die Tat um. Träger des Projektes ist die Stadt Annaberg-Buchholz. Gemeinsam mit Sponsoren aus Firmen und Institutionen sowie engagierten Spendern aus der Bürgerschaft kümmert sie sich um die schrittweise Realisierung des wunderbaren Kunstprojekts.

Sponsoren gesucht – Unterstützung jederzeit willkommen

Das Gesamtprojekt hat einen finanziellen Wert von etwa 160.000 €. Jeweils eine Figur wird von den beteiligten Holzbildhauern kostenlos gefertigt.

Auch die Stadt Annaberg-Buchholz gab bereits mehrere Figuren in Auftrag.

Darüber hinaus haben Firmen, Institutionen und Bürger die Möglichkeit, sich mit einer gesponserten Figur ein bleibendes Denkmal zu setzen. Auch kleinere Spenden für das Vorhaben sind jederzeit willkommen. Jeder Euro zählt.

Gemeinsames Anliegen aller Initiatoren ist es, die Weihnachtsbotschaft ganz neu für Einwohner und Gäste erlebbar zu machen. Darüber hinaus weist das Holzkunstwerk, das bereits jetzt zu den größten seiner Art in Sachsen gehört, in eindrucksvoller Weise auf die hohe Meisterschaft der Holzkunst im Erzgebirge hin. Die Bergmännische Krippe lädt dazu ein, in der Hektik der Vorweihnachtszeit Ruhe und Besinnung zu finden. Täglich von 10.00 bis

17.00 Uhr hat die Bergkirche St. Marien am Annaberger Markt ihre Pforten geöffnet.

Bürger und Firmen, Institutionen und Vereine, die das Vorhaben unterstützen wollen, können sich an folgende Adresse wenden: Stadt Annaberg-Buchholz, Christian Eberhardt, Buchholzer Straße 2, 09456 Annaberg-Buchholz, Tel. (03733) 425 282, Fax: (03733) 425 295

E-Mail: christian.eberhardt@annaberg-buchholz.de

Bergkirche St. Marien – einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens

Die Bergkirche St. Marien am Annaberger Markt ist die einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens. Ab 1502 wurde sie im Auftrag der örtlichen Knappschaft und der Bergleute des Annaberger Bergreviers erbaut. Der Landesherr, Herzog Georg der Bärtige, legte selbst den Grundstein für das Gotteshaus. Ab 1511 diente sie den Bergleuten zur Andacht, zu Gottes-diensten und zum Gebet. Bis 1539 bezahlte die Knappschaft vier Kaplane, bis 1863 insgesamt 29 Bergprediger. Danach ging die Bergkirche an die Ev.-luth. Kirchgemeinde St. Annen über.

In den Jahren 2004 und 2005 wurde das Gotteshaus in Regie von Kirche und Stadt von Grund auf saniert und unter Beachtung des Denkmalschutzes nach modernen Gesichtspunkten umgebaut. Dabei ist ein multifunktionelles Veranstaltungszentrum entstanden, das in vielfältiger Weise nutzbar ist.

Durch den Umbau hat die Bergmännische Krippe attraktives Domizil erhalten.

Quelle: Annaberg-Buchholz

 






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