Dresdner Stadtrat entscheidet über „Kurtaxe“ – Heilbäderverband kritisiert Zweckentfremdung des Begriffs

13-11-20 Kurtaxe absurd

Jeder kennt das: Macht man Urlaub in einem Badeort an der Ostsee oder Nordsee, ist immer Kurtaxe zu bezahlen. Gleiches gilt für Erholungs-­- oder Kuraufenthalte  in Kurorten und Heilbädern im Landesinneren,  und seien es auch nur Luftkurorte.  „Die Kurtaxe hat eine lange Tradition.  Schon im 16. Jahrhundert  hat etwa Baden-­-Baden  eine entsprechende  Abgabe  von seinen Gästen erhoben“, erläutert   Prof.   Karl   Ludwig   Resch,   Präsident   des   Sächsischen   Heilbäderverbandes.   „Die   Kurabgabe   fließt   zu  100   Prozent zweckgebunden   in  die  Infrastruktur  der  Heilbäder  und  Kurorte.  Dazu  gehören  etwa  Kurhäuser,  gepflegte  Kurparks,  kostenlose musikalische   Veranstaltungen   und  vergünstigte   Eintritte  in  Museen  und  Bäder  genau  so  aber  auch  die  Gewährleistung   der Strandsicherheit  in den Badeorten an der Küste. Die Städte und Gemeinden  investieren Millionen, um Einrichtungen  und Angebote für  ihre  Gäste  in  hoher  Qualität  zu  errichten  und  zu  erhalten.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  die  beabsichtigte  Erhebung  einer

„Kurtaxe“ in der Großstadt Dresden völlig absurd. Das hat nun überhaupt nichts mehr mit dem Kurgedanken zu tun“, kritisiert Prof. Resch.

In Deutschland müssen sich Heilbäder und Kurorte einem strengen Prädikatisierungsverfahren unterziehen, um die staatliche Anerkennung ihrer Heilmittel zu erlangen und um dann in der Folge auch als Kurort prädikatisiert zu werden. Die zuständigen Landesministerien   überwachen    dabei   streng   die   Einhaltung    entsprechender    Landesgesetze.    Zusätzlich    verpflichten    sich Deutschlands  Kurorte nach dem Kriterienkatalog  des Deutschen Heilbäderverbandes und des Deutschen Tourismusverbandes dazu, eine  umfangreiche  Liste  an  Standards  einzuhalten.  „Das  reicht  vom  Lärmschutz  über  Barrierefreiheit,  Terrainkurwegen  und

Qualitätssicherung etwa der Luft bis hin zu aufgelockerter Bebauung und Kurparkgestaltung“, so Prof. Resch weiter.



„Dresdens  Anliegen,  die  Touristen  an  den  Kosten  des  Kulturangebotes   der Stadt  zu  beteiligen,  ist  nachvollziehbar.   Das  Ganze allerdings  Kurtaxe  zu nennen  und  darauf  zu  vertrauen,  dies  nach  dem  Sächsischen Kommunalabgabengesetz  auf  dem  Ticket Fremdenverkehrsgemeinde durchführen  zu  können,  ist  abenteuerlich“,  so  der  Präsident  des  Sächsischen Heilbäderverbandes.

„Dresdens  Stadtrat  wäre  gut  beraten,  hier  eine  andere  Lösung  zu  finden.  Mit  dem  Begriff  Kurtaxe  sollte  nicht  inflationär umgegangen werden.“

Quelle: Heilbäderverband

 






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