Premiere der Glanert-Oper Joseph Süß am 1. November im Zwickauer Gewandhaus

Joseph Süß

Premiere der Glanert-Oper Joseph Süß am 1. November im Zwickauer Gewandhaus

Detelv Glanert, einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten, schuf 1998/99 mit der Oper Joseph Süß ein Werk über die Instrumentalisierung von Rassismus als Staatsideologie.
Glanerts Oper Joseph Süß steht als erste Musiktheaterpremiere der aktuellen Spielzeit und erstmalig in Sachsen ab Freitag, dem 1. November auf dem Spielplan des Theaters Plauen-Zwickau. Für die Inszenierung ist Thilo Reinhardt verantwortlich, die Musikalische Leitung hat GMD Lutz de Veer.
1738. Joseph Süß Oppenheimer steigt zum Geheimen Finanzrat des verschwenderischen Herzogs Karl Alexander von Württemberg auf. Dem Parlament sind der neue katholische Landesherr und sein jüdischer Finanzier ein Dorn im Auge. Um den prunksüchtigen Herzog zu befriedigen, führt Joseph Süß eine repressive Wirtschaftsreform ein. Als der Herzog überraschend stirbt, wird Joseph Süß zum Sündenbock gemacht, in einem Schauprozess verurteilt und ohne Urteilsbegründung am 4. Februar 1738 hingerichtet. Diesen ersten antisemitischen Justizmord, der durch den NS-Propagandafilm Jud Süß traurige Berühmtheit erlangte, zeigt Detlev Glanert, ohne den Charakter des Kapitalisten und Lebemannes Oppenheimer zu verklären, und schafft ein packendes zeitgenössisches Stück aktuellen Musiktheaters, das mit einem historischen Fall ein nach wie vor heutiges Thema eindringlich vor Augen führt. Detlev Glanert ist der meistgespielte zeitgenössische Komponist in Deutschland. Joseph Süß wurde 1999 in Bremen uraufgeführt und seither mehrfach nachgespielt. Im Bühnenbild von Andreas Auerbach und Kostümen von Luisa Lange singt und spielt Shin Taniguchi die Titelrolle.



 Quelle: Theater Plauen-Zwickau






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