Eröffnung der Sonderausstellung „Uhrwerk, Dampf und Strom – Blechspielzeug der letzten 100 Jahre“ im August Horch Museum

2013-10-30 17.00.40

–                     Die Welt der Technik im Kleinen – ca. 200 Exponate von 1890 – 1950

–                     Neuheit im Museum – Framo Stromer von 1933

Vom Reformationstag bis zum Ostermontag 2014 zeigt das August Horch Museum einmaliges Blechspielzeug, das teilweise weit über 100 Jahre alt ist. Der Geschäftsführer des Museums, Rudolf Vollnhals, konnte neben zahlreichen Gästen auch den Leihgeber dieser Sonderausstellung, Raimund Reibenspieß aus Ingolstadt, begrüßen, der zugleich in einem Vortrag in die Welt der Blechspielzeuge einführte.

Nürnberger Spielwarenhersteller wie Bing – der sich von 1866 bis etwa 1930 zur weltgrößten  Spiel­zeugfabrik entwickelte – und die bis heute noch existierende Firma Märklin – gegründet 1859 in  Göp­pingen – waren maßgeblich am guten Ruf für hochwertiges Blechspielzeug aus Deutschland verant­wortlich.

Ganz erstaunlich war das überaus große Sortiment an Spielzeugen. Vom Eimer bis zum funktionie­renden Herd wurde die vollständige Palette häuslicher Accessoires angeboten. Sie sollten die Mäd­chen auf ihre zukünftige Rolle vorbereiten. Das Knabenspielzeug spiegelte die rasche technische Entwicklung der damaligen Zeit wider. Neben Autos, Eisenbahnen, Straßenbahnen und Zeppelinen gab es eine riesige Auswahl an Dampfmaschinen, Baukästen und anderen Lehrmitteln.

Bis 1914 waren die meisten Spielwaren handbemalt, handverlötet und sehr solide verarbeitet. Durch die Entwicklung des Blechdruckes konnten höhere Stückzahlen und zugleich preiswertere Spielwaren produziert werden.

Die aufwändigeren handgearbeiteten Stücke waren nun nur noch Einzelstücke, wie zum Beispiel Pas­sagier- und Kriegsschiffe mit einer Länge bis 115cm. Als Antrieb besaßen diese Spielobjekte ein Uhr­werk, einen Dampfantrieb, oder waren mittels einer Batterie elektrifiziert.



Nicht nur Schiffe, wie die Europa oder die Yacht von Kaiser Wilhelm mit dem Namen „Jolanda“ werden gezeigt, sondern auch viele Blecheisenbahnen, die noch mit Dampf angetrieben wurden. Ein einmaliges Stück dürfte auch das Riesenrad mit Dampfantrieb und eingebauter Orgel sein.

Im Rahmen der neuen Sonderausstellung wird erstmals auch ein neues Exponat des August Horch Museums, der Framo Stromer, gezeigt. Dieses kleine 2sitzige Fahrzeug mit Stromlinienkarosserie besaß nur drei Räder und wurde von den Motorenwerken Frankenberg 1933 gebaut. Er besaß einen 100 ccm großen einzylindrigen 2-Takt-Motor von DKW und wurde ca. 350 Mal gebaut. Vier davon haben nach bisherigen Kenntnissen die Zeiten überdauert. Eines davon ist nun in hervorragendem Zustand im August Horch Museum zu besichtigen.

Das Museum ist täglich, außer am Montag, von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

Führungen können telefonisch unter (0375) 27 17 38 12 bestellt werden.

Die August Horch Museum Zwickau gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt Zwickau und der AUDI AG im Dezember 2000 gegründet wurde. Die Geschäftsanteile werden zur Hälfte von den beiden Gesellschaftern gehalten. Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb des August Horch Museums und die Dokumentation der Geschichte des Automobilbaus in Zwickau.

Quelle: August Horch Museum Zwickau gGmbH / Fotos: Hit-TV.eu /Museum

 






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