Abschluss des Projekts „Palliativ-Pflege-Demenz“ in Chemnitz und Zwickau

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Am 01.10.2011 begann der Arbeiter-Samariter-Bund Ortsverband Chemnitz e. V. die ersten Schritte auf einem neuen Weg in der Betreuung Demenzkranker (Freie Presse berichtete am 14.12.11).

Im ASB Altenpflegeheim Rembrandtstraße wurde ein Projekt

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eröffnet, welches sich als Ziel gesetzt hat, die Pflege und die Betreuung von demenzkranken Menschen besonders auch in der letzten Lebensphase zu verbessern.

Die Anzahl der demenzkranken pflegebedürftigen Menschen hat sich in den letzten Jahren sprunghaft erhöht und wird sich weiter

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erhöhen.

Menschen, welche oft ein arbeitsreiches und schweres Leben hinter sich haben, sollen in den letzten Lebenstagen und Wochen besser umsorgt werden. Menschen, welche ihre reale Erlebniswelt nicht mehr hier und jetzt haben, sondern welche oft in ihren Erinnerungen „leben“ und auch oft noch einmal durchleben müssen.

 Menschen,  welche umsorgt werden möchten, welchen Einfühlungsvermögen und Liebe entgegengebracht werden muss. Menschen, welche aber ihre realen Wünsche, ihren Kummer und ihre Nöte nicht mehr sagen und uns mitteilen können.

 Wir wollen lernen, diese Menschen besser zu verstehen. Wir wollen ihnen ihre Wünsche von den Augen ablesen, sie in ihren Lebenssituationen begleiten. Ihr Empfinden und ihre Gefühle sollen uns Handlungsanleitung für eine gute Pflege und Betreuung sein.

 „Palliative Praxis als Vernetzungsmodell der Altenhilfe in den neuen Bundesländern am Beispiel von Sachsen“ –  so heißt das durch die Robert-Bosch-Stiftung geförderte Projekt, welches die Mitarbeiter des ASB in Chemnitz und Zwickau mit Leben erfüllt haben.

 Zwei Jahre intensive Arbeit – oft zusätzlich zum Pflegealltag in einer Pflegeeinrichtung – haben die Mitarbeiter unter fachlicher Anleitung ihr Wissen um die letzte Lebensphase eines demenzkranken Menschen erweitert, haben anhand von Fallbeispielen die Bedürfnisse dieser Menschen besprochen, haben mit  Angehörigen gesprochen und anhand der Biografie der pflegebedürftigen Menschen spezielle Pläne für die Pflege und Betreuung erstellt. Letztlich haben sie ihr Fachwissen in einem großen Maße erweitert.

 Dabei standen Mediziner, Psychologen und weitere Fachleute zur Verfügung.



 Wichtig war und ist es, zu lernen, wie wir in die Gefühls- und Erlebniswelt dieser Menschen eindringen können um ihnen heute die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen lassen zu können.

 Alte demenzkranke Menschen möchten verstanden und geliebt/angenommen werden

  • Alte demenzkranke Menschen haben Not und Schmerzen
  • Alte demenzkran
  • ke Menschen müssen in „ihrer Welt“ abgeholt werden
  • Alte demenzkranke Menschen passen oft nicht in die vorgegebenen Normen und vor allen nicht in die vorgegebenen Normen unserer heutigen Sozialsysteme.
  • Alte demenzkranke Menschen brauchen Zeit – unsere Zeit.

 Projektergebnisse:

  • Mehr als 25 Mitarbeiter wurden auf dem speziellen Gebiet der Palliativpflege ausgebildet.
  • Die Zusammenarbeit mit Hausärzten hat sich auf dem Gebiet der speziellen Pflege am Lebensende wesentlich verbessert. Viele Krankenhauseinweisungen könnten dadurch vermieden werden.
  • Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung haben viele Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet – zusätzlich zu dem schon sehr schwierigen Pflegealltag.
  • Wohnbereiche und Zimmer der Pflegeeinrichtung wurden umgestaltet und an die Bedürfnisse Demenzkranker angepasst.
  • Bürger der  tadt Chemnitz haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich in dieser Betreuung zu helfen.

 Am 17. April 2013 wurde in Chemnitz ein „Palliativ-Netzwerk-Demenz“ gegründet. In diesem Netzwerk werden künftig trägerübergreifend Menschen arbeiten und mitarbeiten, denen die Begleitung von Menschen mit Demenz auf ihrem letzten Lebensabschnitt am Herzen liegt.

 In dieses Netzwerk können sich Menschen mit unterschiedlichen Fachkompetenzen mit einbringen. Neben Pflege- und Betreuungskräften verschiedener Träger werden ehrenamtliche Helfer und Ärzte – aber auch Leistungsträger wie zum Beispiel die BARMER Ersatzkasse und Reha-Firmen Netzwerkpartner sein.

 Es ist aber auch dringend notwendig, dass die politischen Entscheidungsträger aufwachen und mehr Aufmerksamkeit der Pflege älterer Menschen widmen – nicht nur mehr Auf merksamkeit, sondern dass schellst möglich Entscheidungen zugunsten dieser pflegebedürftigen Menschen, welche die materiellen und personellen Grundlage dafür bieten, dass diese Menschen künftig besser gepflegt aber auch allseitig umsorgt werden können.

Unter Mitarbeit der Mitarbeiter des Projekts konnte vom ASB Bundesverband eine Broschüre zur Thematik erstellt werden „Begleitung von Menschen am Lebensende“ – Tipps für Pflegende und Angehörige. Diese Broschüre kann über den ASB im Altenpflegeheim Rembrandtstraße angefordert werden.

 „Wir wollen dem Leben nicht mehr Tage geben – sondern den Tagen mehr Leben.“ (Cisely Saunders)

Dieser Leitspruch der Pionierin der Palliativpflege soll zum Leitspruch vieler Menschen werden.

Jetzt muss das doch sehr erfolgreiche Projekt weiter mit Leben erfüllt werden, damit jetzt und auch künftig ältere und schwerstpflegebedürftige Menschen in guter Qualitätch der Pionierin der Palliativpflege soll zum Leitspruch vieler Menschen werden.

 „Wenn nichts mehr zu tun ist – ist noch viel zu tun.“    gepflegt und umsorgt werden können – bis zum letzten Atemzug.

 Weitere Informationen unter www.asb-chemnitz.de oder www.Palliativ-Netzwerk-Demenz.de

 Quelle: Gunter Melzer Einrichtungsleiter ASB Altenpflegeheim Rembrandtstraße in Chemnitz Projektleiter Chemnitz






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